Um die Kommunikation zwischen den mit Atomraketen ausgerüsteten U-Booten und den obersten Kommandobehörden und der US-Regierung sicherzustellen, nutzt die U.S. Navy seit Ende der achtziger Jahre Kommandoflugzeuge des Typs Boeing E-6 TACAMO (Take Charge and Move Out). Diese, auf der Boeing 707 beruhenden Jets werden allerdings trotz mehrerer Modernisierungsprogramme, ab 2030 ausgemustert.
Als Ersatz für die E-6B Mercury II hat das Naval Air Systems Command (NAVAIR) der U.S. Navy eine Spezialversion der C-130J Super Hercules von Lockheed Martin ausgewählt. Das Flugzeug wurde bis vor kurzem unter dem Projektnamen E-XX geführt und heißt nun E-130J. Von 1963 bis 1993 waren EC-130Q bereits mit TACAMO-Missionen beauftragt. Mit der Einführung der E-6 Mercury wurden diese ausgemustert.
Der Prototyp wird 2026 ausgeliefert
Lockheed Martin hat kürzlich mit dem Bau des ersten von zunächst drei bestellten Flugzeugen dieses Musters in seinem Werk in Marietta im US-Bundesstaat Georgia begonnen. Der erste Prototyp soll 2026 ausgeliefert werden. Er dient zunächst als EMD (Engineering Development Model), an dem die Einbauten der verschiedenen Spezialsysteme getestet werden. Das gesamte Projekt wird vom Airborne Strategic Command, Control and Communications Program Office (PMA-271) der U.S. Navy geleitet.
Die E-6B Mercury verfügen über zwei Schleppantennen – eine ist 1,2 Kilometer lang, die andere 7,9 Kilometer – die für die Kommunikation im Bereich der Längstwellen notwendig sind. Diese Antennen werden auch in die E-130J eingebaut.
Die US-Marine verfügt über insgesamt 16 E-6B Mercury, von denen eine allerdings als Trainingsflugzeug dient. Ob die gleiche Zahl von E-130J beschafft werden soll, ist derzeit nicht bekannt.
Volker K. Thomalla
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