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Ambulanzjets fliegen Brandopfer von Crans-Montana in Spezialkliniken

Dank einer eingespielten europäischen Kommunikation für den Katastrophenfall können die schwerst Brandverletzten der Katastrophe im Schweizer Crans-Montana relativ schnell in Spezialkliniken verlegt werden, wo sie eine optimale Behandlung erfahren. Rettungshubschrauber und Ambulanzjets sind im Dauereinsatz, um die Patienten zu verlegen, sobald sie transportfähig sind.

5.01.2026

Die Challenger 650 der Rega flogen Intensivpatienten nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana in Spezialkiniken ins benachbarte Ausland. © Rega

Bei der verheerenden Brandkatastrophe in dem Schweizer Skiort Crans-Montana sind in der Silvesternacht 2025/2026 40 Menschen ums Leben gekommen und 119 wurden verletzt. Da es sich bei den Verletzungen zum großen Teil um schwerste und lebensbedrohliche Brandverletzungen handelt, müssen die Betroffenen auch in Spezialkliniken im Ausland behandelt werden, da die Schweiz allein über keine ausreichenden Kapazitäten für eine solch große Zahl von Schwerstbrandverletzten verfügt.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aus Bonn hatte am 2. Januar den sogenannten Kleeblattmechanismus aktiviert, bei dem Patienten auf Kliniken verteilt werden, die über entsprechende freie Kapazitäten verfügen.

Die Air Zermatt setzte ihre Bell 429 sowohl für Primärrettungsflüge nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana als auch für Verlegungsflüge ein. © Air Zermatt / Christian Pfammatter

Direkt nach der Katastrophe standen über zehn Hubschrauber im Einsatz, darunter Helikopter der Air Zermatt, der Rega sowie des italienischen Zivilschutzes, um die Brandopfer zur Primärversorgung in Kliniken in der Schweiz zu fliegen. Von dort wurden sie in Abstimmung mit dem Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) per Hubschrauber und Ambulanzjet in Kliniken ins Ausland geflogen.

Die Verlegungsflüge der Patienten waren nach Angaben der Rega operationell und personell anspruchsvoll. „Jeder Patientin und jedem Patienten wurde ein spezialisiertes medizinisches Team aus einer Intensivpflegefachperson sowie einem Flugarzt oder einer Flugärztin zur Seite gestellt, um eine optimale medizinische Versorgung während des Fluges zu gewährleisten. Aufgrund ihres Gesundheitszustandes wurden zahlreiche Verletzte mit dem Rettungshelikopter vom abgebenden Spital aus direkt zum startbereiten Ambulanzjet geflogen“, teilte die Schweizer Rega mit.

Deutschland hat bislang elf Patienten aufgenommen

Deutschland, Italien, Frankreich, Luxemburg und Belgien haben bereits Patienten aufgenommen. In Deutschland haben das Marienhospital in Stuttgart, das BG Klinikum Tübingen, die BG Klinik Ludwigshafen, das Städtische Klinikum Köln-Merheim, das Bergmannsheil in Bochum, das Klinikum der RTWH Aachen, die Medizinische Hochschule Hannover sowie das Bergmannstrost in Halle an der Saale Schwerstverletzte aus Crans-Montana übernommen.

Für die Überführung eines Patienten aus der Universitätsklinik Zürich in eine Mailänder Klinik setzte die vom staatlichen italienischen Zivilschutz angeforderte Heli-Flugrettung Südtirol den Rettungshubschrauber Pelikan 1 aus Bozen ein. Die Behandlung der Patienten ist langwierig und wird zum Teil Monate dauern.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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