Das NHIndustries-Konsortium, das die Hubschrauber der NH90-Familie entwickelt hat und betreut, kann einen besonderen Programm-Meilenstein feiern: Die weltweite NH90-Flotte hat jetzt die Marke von 500.000 Flugstunden erreicht und überschritten. Anteilseigner an NHIndustries sind Airbus Helicopters, Leonardo und GKN Fokker Aerospace. Sie haben bislang 530 Hubschrauber der NH90-Familie in zwei Grundversionen – NH90 NFH (NATO Frigate Helicopter) und NH90 TTH (Tactical Transport Helicopter) ausgeliefert. Es gibt verschiedene, kundendefinierte Unterversionen der beiden Muster, wie beispielsweise den NH90 Sea Lion und NH90 Sea Tiger der Deutschen Marine, die sich durch ihre Ausrüstung unterscheiden. 18 Betreiber nutzen die NH90 weltweit. Das erste Exemplar wurde vor 20 Jahren ausgeliefert.
NHIndustries NH90
Die Royal New Zealand Air Force nutzt ihre NH90-Flotte besonders intensiv. © NHIndustries
Nicht alle Kunden sind im Laufe der Jahre jedoch mit dem Muster zufrieden gewesen. So hat Norwegen seine NH90 wieder zurückgegeben und auch Schweden hat 2022 die Entscheidung getroffen, ein anderes Muster als Ersatz beschaffen zu wollen. Auch die australischen Streitkräfte haben als Ersatz für ihre MRH90 Taipan das konkurrierende Muster UH-60M beschafft.
Die Nutzungsdauer wurde jüngst verlängert
Das NHIndustries-Konsortium geht davon aus, dass das Muster noch bis in das Jahr 2080 hinein im Dienst bleiben kann. Die zunächst auf 30 Jahre angelegte Nutzungsdauer wurde auf Kundenwunsch auf 50 Jahre verlängert. Das Konsortium arbeitet an den Upgrade-Programmen Block 1 und Block 2 für die NH90. Beim Block-1-Upgrade, welches 2024 gelauncht in Verbindung mit der NAHEMA gelauncht wurde, werden die Datenverbindungssysteme, die Kommunikationssysteme sowie das System zur elektronischen Kriegsführung verbessert. Als weiteren Schritt bereiten die am NHIndustries-Konsortium beteiligten Firmen das Block-2-Upgrade bereits vor – auch wenn es noch Jahre dauern wird, bis es in einen Hubschrauber eingebaut wird. Die Entscheidung über die Entwicklung des Block-2-Upgrades soll 2028 fallen und wird wohl eine umfassende Modernisierung der Avionik sowie die Integration weiterer Fähigkeiten wie beispielsweise die Zusammenarbeit des Hubschraubers mit unbemannten Fluggeräten beinhalten.
Volker K. Thomalla
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