Am 19. November hat im Boeing-Werk in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania ein wichtiges Ereignis für die Bundeswehr stattgefunden. Boeing hat dort in Anwesenheit einer deutschen Delegation den so genannten „Production Kick-off“ für die erste Boeing CH-47F Block II Chinook für die Luftwaffe gefeiert – obwohl die Produktion der ersten deutschen Chinook nach Angaben von Boeing bereits im Mai dieses Jahres begonnen hatte.
CH-47F Block II SR AAR für die Luftwaffe
Boeing wird mit der Endmontage des neuen Schwerlasthubschraubers für die Luftwaffe 2026 beginnen. © Boeing
„Alle großen Strukturteile, einschließlich Heck-, Kabinen- und Cockpitbaugruppen, befinden sich am Boeing-Standort in Philadelphia bereits in der fortgeschrittenen Fertigung. Die Endmontage des ersten deutschen Luftfahrzeugs beginnt 2026, um die Auslieferung an die Bundeswehr 2027 sicherzustellen“, teilte das Unternehmen mit.>
Oberst Christian Guntsch, der Beauftragte des Inspekteurs der Luftwaffe für die CH-47F, sagte in Philadelphia: „Mit dem Produktionsbeginn rückt die Auslieferung des ersten deutschen CH-47F Chinook in greifbare Nähe. Erste Maßnahmen zur Einführung des Hubschraubers sind bereits abgeschlossen, und die Luftwaffe ist bereit für den Betrieb der neuen Luftfahrzeuge. Mit dem CH-47F erhalten wir einen hochmodernen Hubschrauber, der die Leistungsfähigkeit seines Vorgängers deutlich übertrifft und bestehende Fähigkeitslücken schließt. Zudem ermöglicht der CH-47F eine engere Zusammenarbeit in der Wartung sowie in taktischen und operationellen Bereichen mit anderen Chinook-Nationen, insbesondere unseren engen Partnern und Verbündeten in Europa und der NATO.“
Die Luftwaffe erhält insgesamt 60 Exemplare
Die Bundeswehr hatte im Juli 2023 insgesamt 60 CH-47F-Transporthubschrauber für 7,3 Milliarden Euro bestellt, die im Zeitraum 2027 bis 2032 unter der deutschen Musterbezeichnung CH-47F Block II SR AAR (Standard Range / Air-to-Air Refuelling) ausgeliefert werden sollen. 59 Hubschrauber wird die Luftwaffe als Ersatz für die bislang genutzte Sikorsky CH-53 erhalten, eine CH-47 Chinook wird die Wehrtechnische Dienststelle 61 in Manching für zukünftige Tests und Erprobungen bekommen.
Gegenüber des Chinook Block-II-Grundmodells der U.S. Army sind für die deutschen Hubschrauber rund 20 Modifikationen vorgesehen. Dazu gehören unter anderem eine Vielzahl unterschiedlicher Flugfunksysteme einschließlich Funk für den Kontakt mit Polizei und Feuerwehr, Aufklärungskameras, eine Luftbetankungssonde, eine Rettungswinde, ballistischer Schutz und das Selbstschutzsystem CIRCM (Common Infrared Countermeasures), das den Suchkopf von anfliegenden Lenkflugkörpern stört. Weitere Verbesserungen sind Haltegriffe an der hinteren Rampe und Windabweiser an den Seitentüren, die den Bordschützen eine bessere Zielauffassung ermöglichen. Die Bewaffnung wird aus drei MG6 bestehen.
Volker K. Thomalla
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