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Doch kein Weihnachtswunder: Lilium ist erneut pleite

Dieses Mal ist es mutmaßlich das finale Ende des Flugtaxi-Entwicklers Lilium GmbH aus Oberpfaffenhofen. Die zweite Insolvenz innerhalb von fünf Monaten dürfte das Unternehmen nicht überleben, zumal es bei den Angestellten für Unmut und einen Vertrauensverlust gesorgt hat, nachdem in diesem Jahr noch keine Gehälter ausgezahlt wurden.

21.02.2025

Die nationale saudi-arabische Fluggesellschaft und Lilium hatten 2022 eine Grundsatzvereinbarung zur Entwicklung eines Air Taxi-Netzwerks in Saudi-Arabien getroffen. © Lilium

Der Flugtaxi-Entwickler Lilium aus Oberpfaffenhofen hat erneut den Gang zum Amtsgericht angetreten, um Insolvenz anzumelden. Nachdem die Lilium GmbH erst im Oktober 2024 einen Antrag auf Insolvenz gestellt hatte, sah es Ende Dezember kurzzeitig nach einem Weihnachtswunder aus, denn eine internationale Investorengruppe hat sich als Mobile Uplift Corporation GmbH gebildet und wollte das Unternehmen übernehmen. Dazu sollten 200 Millionen Euro frisches Kapital in die Firma fließen. Daraufhin kamen Mitarbeiter, denen schon zuvor gekündigt worden war, wieder zur Arbeit. Allerdings sahen die meisten von ihnen kein Geld für ihre Arbeit.

Jetzt ist dem Unternehmen erwartungsgemäß das Geld ausgegangen, dieses Mal wohl final. Die Investoren haben einfach ihre Zusagen nicht gehalten und das versprochene, frische Kapital nicht geliefert. Damit ist das Weihnachtswunder wie eine Seifenblase geplatzt, und die Firma wird den Lilium Jet wohl nicht zulassen können, geschweige denn in Serie fertigen.

Lilium war auch an der NASDAQ gelistet

Lilium war auch an der New Yorker Börse NASDAQ notiert und hatte von Investoren insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro eingesammelt. Zwar gab es verschiedene fliegende Modelle und Erprobungs-Fluggeräte, aber das gesamte Programm lag Jahre hinter dem ursprünglich angestrebten Zeitplan. Außerdem erwiesen sich die zunächst kommunizierten Leistungsdaten als viel zu optimistisch. Die dauernden Programm-Verzögerungen und nicht beziehungsweise immer zu spät erreichten Meilensteine zermürbten die Investoren.

Risiko-Analysen, die im Auftrag des Bundes gemacht wurden – weil Lilium staatliche Zuschüsse „als Signal für die Investoren“ einstreichen wollte – kamen zu dem Schluss, dass das gesamte Projekt mit einem extrem hohen Risiko behaftet sei. Der Bund versagte daraufhin mögliche Kreditbürgschaften.

Volker K. Thomalla

 

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