Homepage » Industrie - news » Vorläufiger Insolvenzverwalter für Lilium benannt

Das Amstgericht Weilheim hat einen vorläufigen Insolvenzverwalter für die Lilium Aerospace GmbH bestellt, der sich jetzt ein genaues Bild der Lage macht. Fast 1.000 Angestellte warten immer noch auf ihre Gehälter für die vergangenen beiden Monate.

26.02.2025

Lilium stellte auf der ILA 2024 in Berlin ein seriennahes 1:1-Mock-up des Lilium Jets aus. © V. K. Thomalla

Wie von Aerobuzz bereits berichtet, hat der Flugtaxi-Entwickler Lilium Aerospace GmbH beim Amtsgericht Weilheim nun schon zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monaten einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Während das Verfahren im Oktober 2024 noch in Eigenverwaltung vor sich ging – das Management hegte die Hoffnung, neue Investoren zu finden und das Unternehmen zu retten – geht es dieses Mal um die Abwicklung des Unternehmens.

Das Amstgericht Weilheim hat heute den Rechtsanwalt Dr. Robert Hänel von Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Dr. Hänel und sein Team führten nach eigenen Angaben bereits einige Gespräche mit der Geschäftsführung von Lilium und weiteren Verfahrensbeteiligten, um sich einen ersten Überblick über die Lage zu verschaffen.

Betroffen von der zweiten Insolvenz sind nach Angaben des Unternehmens rund 960 Arbeitnehmer, die in dem Folgeunternehmen Lilium Aerospace GmbH neue Arbeitsverträge erhalten hatten. Wegen der ausbleibenden Investorengelder wurden aber bisher keine Gehälter gezahlt. Die Lilium-Geschäftsleitung stellte die Arbeitnehmer daher zuletzt von der Arbeitsleistung frei. Der Geschäftsbetrieb ruht derzeit. Dr. Hänel befindet sich aktuell im Austausch mit der zuständigen Agentur für Arbeit bezüglich des weiteren Vorgehens. „Für eine verbindliche Aussage ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh“, erklärt er.

Technische Probleme beim Geldtransfer

Die Geschäftsleitung von Lilium habe ihm erklärt, das von den Investoren nach wie vor ein Interesse an der Fortführung der Firma beziehungsweise des Projekts bestünde. Die zugesagten Mittel sollen angeblich vorhanden sein und hätten wegen technischer Probleme angeblich nicht transferiert werden können.

Selbst wenn die finanziellen Mittel jetzt von der Investoren zur Verfügung gestellt würden, ist es fraglich, ob Lilium überleben könnte. Eine Vielzahl von Angestellten, darunter auch solche in Schlüsselpositionen, haben das frühere Start-up bereits verlassen. Und viele andere haben das Vertrauen verloren und haben schon innerlich gekündigt. Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter – wenn man sie denn angesichts der desolaten Lage des Unternehmens überhaupt fände – dauert und verzögert das Projekt weiter.

Volker K. Thomalla

 

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