Dass Stürme die Flugsicherheit gefährden können, ist keine Neuigkeit. Dass aber Sonnenstürme den Luftverkehr massiv beeinflussen, kommt ehre selten vor. Nun hat Airbus mit einer AOT (Alert Operators Transmission) Betreiber von Flugzeugen der Airbus A320-Familie darüber informiert, dass sie eine neue Software hochladen und installieren müssen, um zu verhindern, dass die Strahlung bei intensiven Sonnenstürmen keine Daten der Flugsteuerung verändert oder beschädigt. Davon betroffen sind nach Angaben des Herstellers rund 6.000 Flugzeuge, das ist etwa die Hälfte der globalen A320-Flotte. Airbus hat bis zum 31. Oktober 2025 über 12.700 Flugzeuge der A320-Familie ausgeliefert, von denen noch über 11.700 fliegen.
Die Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union (EASA) folgte nur wenig später dem Hersteller und gab ihrerseits eine dringende Lufttüchtigkeitsanweisung (Emergency Airworthiness Directive) heraus und bezog sich dabei auf einen Vorfall mit einem Airbus A320 der JetBlue vom 30. Oktober 2025, bei dem ein Computer des Flugzeugs dem Höhenruder einen falschen Befehl gegeben hatte, was zu einem von der Crew nicht gewollten Höhenverlust führte. Laut EAD müssen die Anweisungen des Herstellers vor dem nächsten Flug mit Passagieren umgesetzt sein. Es sind nur Ferryflüge zurück zu einer Werft erlaubt, die maximal drei Legs umfassen.
Das Problem scheint laut EAD in einem Hardware-Modul namens ELAC (Elevator Aileron Computer ELAC B L104 zu liegen. Bei vielen Flugzeugen kann das Problem durch ein Software-Update behoben werden, bei anderen Flugzeugen muss die Hardware getauscht werden.
Airlines sind unterschiedlich betroffen
Der Hersteller teilte mit: „Airbus ist sich bewusst, dass diese Empfehlungen zu Betriebsstörungen für Passagiere und Kunden führen werden. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und werden eng mit den Betreibern zusammenarbeiten, wobei die Sicherheit für uns oberste und vorrangige Priorität hat.“
Die großen Betreiber von A320-Flotten hatten schon vor Bekanntwerden des AOT einen Teil ihrer Flugzeuge mit dem entsprechenden Software-Update versehen. Lufthansa erwartete beispielsweise nur einige wenige Ausfälle und Verspätungen, während easyJet keine Probleme erwartete.
Die Avianca dagegen ist stark betroffen und stoppte den Ticketverkauf bis zum 8. Dezember. Bis gestern Abend waren 51 Prozent der A320-Flotte der Fluggesellschaft auf den aktuellen Stand gebracht, aber die Airline erwartet auch in der kommenden Woche noch Flugausfälle.
Volker K. Thomalla
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