Mitte Dezember schloss die japanische Kanematsu Corporation einen Vertrag mit der japanischen Rüstungsbeschaffungs-, Technologie- und Logistikagentur (ATLA) über zwei Schulflugzeuge der nächsten Generation ab. Bei dem ausgewählten Flugzeug handelt es sich um die Beechcraft T-6C Texan II von Textron Aviation Defense LLC aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas. Die T-6C wird die Fuji T-7-Schulflugzeuge der Japan Air Self-Defense Force (JASDF) ersetzen. Die Auslieferung der beiden Turboprop-Einmots ist für März 2029 vereinbart. Die Vertragspartner rechnen mit Aufträgen für weitere Flugzeuge, denn die JASDF betreibt derzeit 49 T-7 die ersetzt werden müssen.
Am 16. Dezember 2025 unterschrieben der Geschäftsführende Direktor von Kanematsu Ryoichi Kidokoro (li.) und Travis Tyler, der Präsident und CEO von Textron Aviation Defense, den T-6-Vertrag. © Textron Aviation
Die T-6C Texan II wird im Ausbildungsprogramm der JASDF eingesetzt, um den angehenden Pilotinnen und Piloten grundlegende Flugfertigkeiten zu vermitteln. Sie kommt in der Anfangsphase der praktischen Ausbildung zum Einsatz und unterstützt die Basisausbildung von Start und Landung über Flugmanöver bis hin zu Instrumentenflug und Formationsflug.
Textron Aviation hat bislang über 1.000 T-6 Texan II produziert. Das Muster hat bislang mehr als fünf Millionen Flugstunden absolviert. Seit der Erstauslieferung im Jahr 2001 wird sie von der U.S. Air Force, der U.S. Navy und den Luftstreitkräften von weiteren 14 Nationen, darunter Großbritannien, Israel, Neuseeland, Thailand, Tunesien, Kolumbien, Irak, Griechenland, Mexiko, Marokko und Vietnam für die Pilotenausbildung genutzt. Bei zwei NATO-Flugschulen werden Flugschüler von weiteren 40 Nationen auf dem Muster ausgebildet.
Die Entscheidung für die T-6C fiel schon 2024
Auf die im Jahr 2024 vom japanischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Ausschreibung für ein integriertes Ausbildungssystem mit der nächsten Generation von Trainingsflugzeugen und bodengestützten Trainingsgeräten wurde nach einer umfassenden Bewertung von Leistung, Kosten und weiteren Faktoren ein gemeinsamer Vorschlag von Kanematsu und Textron Aviation Defense ausgewählt. AeroBuzz hatte darüber berichtet.
Travis Tyler, der Präsident und CEO (Hauptgeschäftsführer) von Textron Aviation Defense, sagte: „Dieser Vertrag markiert einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der japanischen Pilotenausbildungskapazitäten der nächsten Generation. Wir fühlen uns geehrt, die Japan Air Self-Defense Force mit einem bewährten, interoperablen Trainingssystem zu unterstützen, das von Luftstreitkräften weltweit eingesetzt wird und auf die japanischen Einsatzanforderungen für die kommenden Jahrzehnte zugeschnitten ist.“
Die Kanematsu Corporation ist im Rahmen ihres Luft- und Raumfahrtgeschäfts seit Langem im Bereich der Luftverteidigung tätig. Seit über 30 Jahren arbeitet das Unternehmen auch mit Textron Aviation zusammen und vertreibt Spezialflugzeuge für Regierungsbehörden.
Bob Fischer
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