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Rendezvous der A400M mit einer CV-22B Osprey über der Nordsee

Nur wenige Monate nach erfolgreicher Zertifizierung in den USA hat ein Airbus A400M der Luftwaffe in der vergangenen Woche erstmalig eine CV-22B Osprey der U.S. Air Force (USAF) im Rahmen einer Übung im deutschen Luftraum über der Nordsee in der Luft betankt.

24.03.2025

Nach Freigabe Anfang des Jahres wurde im März 2025 im Rahmen eines Übungsfluges eine CV-22B der U.S. Air Force von einer A400M der Luftwaffe über der Nordsee betankt. © Bundeswehr

Das Manöver fand am 19. März in den frühen Nachmittagsstunden über dem Küstenstreifen vor Cuxhaven statt. Zum Einsatz kamen der mit der Centerline Hose and Drum Unit ausgerüstete Airbus A400M Atlas mit der Registrierung 54+45 des Lufttransportgeschwaders 62 (LTG 62) aus Wunstorf und eine in Mildenhall in Großbritannien stationierte CV-22B Osprey der 7th Special Operations Squadron der US Air Force. Die CV-22B kommt in den fliegenden Verbänden des US Air Force Special Operations Command zum Einsatz. Ihre Aufgabe ist die Infiltration, Exfiltration und Nachschubversorgung unkonventioneller Spezialeinheiten über große Entfernungen bei Tag und Nacht unter allen Wetterbedingungen. Dafür verfügt der Kipprotorflügler CV-22 über modernste elektronische Kampfführungssysteme, Geländeverfolgungsradar, Navigationssysteme und Selbstschutzsysteme wie dem AN/AAQ-24 Nemesis DIRCM-System (Directional Infrared Counter Measures). Insgesamt 56 CV-22B sollen laut US Air Force bis zum Jahresende im Einsatz sein. 

Erst im Januar dieses Jahres führte die Luftwaffe gemeinsam mit der U.S. Navy und Airbus Defence and Space eine Testkampagne in den USA durch. In deren Verlauf erfolgten zahlreiche Kontakte und erfolgreiche Treibstoffübergaben zwischen einem mit der Centerline Hose and Drum Unit ausgerüsteten Airbus A400M des LTG 62 und einer MV-22B des U.S. Marine Corps. Die Testkampagne wurde erfolgreich abgeschlossen und das Kipprotorflugzeug des US-Joint-Venture-Unternehmens Bell-Boeing als weiterer Empfänger für Luftbetankungen freigegeben. 

Übung in Süddeutschland

Eine Woche lang übten Besatzungen des US Air Force Special Operations Command mit ihren Flugzeugen in Süddeutschland. Nach dem Transfer von England nach Deutschland operierten sie vom Stuttgart Army Airfield im Südbereich des Flughafens Stuttgart aus und führten dabei zahlreiche Übungsmissionen in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz durch. Neben drei CV-22B Osprey der 7th Special Operations Squadron kam auch eine MC-130J Commando II der 67th Special Operations Squadron der U.S. Air Force zum Einsatz. Beide Staffeln unterstehen der 352nd Special Operations Wing (SOW) und sind wie diese auf dem Stützpunkt RAF Mildenhall im Osten Englands stationiert. Die 352nd SOW ist verantwortlich für Spezialoperationen der U.S. Air Force im Operationsgebiet des US European Command (USEUCOM) und US Africa Command (USAFRICOM) und übt daher regelmäßig entsprechende Einsätze auch im Zusammenwirken mit Einheiten der U.S. Army in den jeweiligen Regionen. Ob es sich bei der Luftbetankung über der Nordseeküste über eine im Rahmen der Übungswoche geplante Mission oder um ein kurzfristig erfolgtes Manöver handelt, geht aus der Verlautbarung der Luftwaffe nicht hervor.

Carsten Vennemann

 

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Über Carsten Vennemann

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Carsten Vennemann ist ehemaliger Berufssoldat mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Als freier Journalist widmet er sich nun den Themen Luftfahrt und Verteidigung und veröffentlicht regelmäßig Beiträge in verschiedenen Fachmagazinen.

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