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Steep Approach-Zulassung der EASA für die Gulfstream G500 und G600

Die Zulassung für Steilanflüge ermöglicht den Nutzern der G500 und G600 Flugplätze anzufliegen, die über besonders steile Anflugverfahren verfügen. Die EASA hat nun beiden Mustern die Zulassung für diese Art von Approaches erteilt.

14.01.2026

Die Gulfstream G500 und G600 haben die Zulassung für Steilanflüge der EASA erhalten. © Gulfstream Aerospace

Die beiden Ultralangstrecken-Muster Gulfstream G500 und G600 von Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia haben von der EASA (Agentur für Flugsicherheit der Europäischen Union) die Zulassung für Steilanflüge (Steep Approach) erhalten. Eine entsprechende Zertifizierung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die G500 schon 2023 und die G600 2024 bekommen.

Ein normaler Anflug geschieht mit einem Winkel von 3 Grad. Bis zu einem Anflugwinkel von 4,4 Grad gilt eine Anflug noch als normal und erfordert von den Cockpitcrews keine besondere Qualifikation. Ab 4,5 Grad gilt ein Anflug jedoch als Steilanflug und erfordert eine Zulassung des Flugzeugs für diesen Approach. Auch die Besatzung muss im gewerblichen Betrieb ihre Fähigkeit nachweisen, bevor sie die Approaches fliegen darf.

Lugano und London-City haben Steilanflüge

Flughäfen mit Steilanflügen in Europa sind beispielsweise der London City Airport (IATA-Dreilettercode LCY) mit einem Anflugwinkel von 5,5 Grad und die Flugplätze Lugano und Sion in der Schweiz mit einem Anflugwinkel von 6,65 Grad. Vor der Pistenverlängerung in LCY hatte der Anflugwinkel sogar 7,5 Grad betragen.

Mark Burns, der Präsident von Gulfstream Aerospace, sagte: „Unsere Kunden profitieren bereits von der bahnbrechenden Leistung und Effizienz der G500 und G600. Mit der nun erreichten EASA-Zulassung für Steilanflüge sind wir stolz darauf, europäischen Betreibern eine noch größere Flottenflexibilität bieten zu können, indem wir ihnen Zugang zu entlegeneren Flughäfen und Destinationen weltweit ermöglichen.“

Gulfstream hatte die G500 und die G600 als Doppelprogramm im Oktober 2014 gestartet. Beide Flugzeuge verbindet eine große Baugleichheit, allerdings ist die G600 mit einer Länge von 29,29 Metern 1,5 Meter länger als ihre kleinere Schwester und verfügt über eine größere Reichweite. Bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.90 beträgt die Reichweite der G600 5.600 nautische Meilen (10.371 Kilometer), bei Mach 0.85 sogar 6.600 nautische Meilen (12.223 Kilometer). Die G500 schafft bei Mach 0.85 eine Reichweite von 5.300 nautischen Meilen (9.816 Kilometer). Beide Jets werden von PW800-Turbofans von Pratt & Whitney Canada angetrieben. Die erste G500 wurde 2018 an einen Kunden übergeben, die erste G600 im August 2019.

Nach Angaben des Herstellers fliegen weltweit bereits über 350 G500 und G600. Die Flotte hat bislang 173.000 Starts und Landungen gesammelt und über 350.000 Flugstunden produziert. Außerdem haben die Flugzeuge über 120 Geschwindigkeitsweltrekorde aufgestellt.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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