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CH-47 Chinook der Luftwaffe erhalten CIRCM-Schutzsysteme

Der US-Technologiekonzern Northrop Grumman wird die zukünftigen schweren Transporthubschrauber CH-47 Chinook der Luftwaffe mit seinem modernen Common Infrared Countermeasure-System (CIRCM) ausrüsten.

16.03.2026

Insgesamt 47 CIRCM-Systeme wird Northrop Grumman für die 60 zukünftigen schweren Transporthubschrauber CH-47F der Luftwaffe liefern.© Boeing

Insgesamt 47 CIRCM-Schutzsysteme wird die Bundeswehr laut Mitteilung von Northrop Grumman erhalten, die schon im Boeing-Werk direkt in die neuen schweren Transporthubschrauber (STH) vom Typ CH-47 Chinook eingerüstet werden. Mit den neuen Selbstschutzsystemen wird die Luftwaffe die Fähigkeiten ihrer 60 neuen CH-47F Block II SR AAR (Standard Range / Air-to-Air Refuelling) umfassenden Transporthubschrauberflotte erheblich steigern und so bestehende NATO-Anforderungen hinsichtlich Einsatz unter Gefechtsbedingungen vollumfänglich erfüllen.

Mit dem ersten Auftrag der Bundeswehr zur Lieferung des Common Infrared Countermeasure-Systems (CIRCM) stärkt Northrop Grumman laut eigener Aussage seine Position als führender Entwickler fortschrittlicher Schutzsysteme für Luftfahrzeuge bei gleichzeitig wachsender Präsenz in Europa.

Modernste Abwehrtechnologie

Northrop Grumman beschreibt das CIRCM als Infrared Countermeasure-Technologie der fünften Generation, die einen bislang unvergleichlichen Schutz biete. CIRCM ist im Vergleich zu Vorgängersystemen deutlich gewichtsreduziert. Das leichte, höchst zuverlässige Selbstschutzsystem lässt sich daher gut in Hubschrauber, Kipprotorflugzeuge und kleinere Flächenflugzeuge integrieren. Die Verwendung fortschrittlichster Laser- und Zielerfassungstechnologie ermöglicht den Schutz von Luftfahrzeugen gegen Bedrohungen, wie sie von derzeitigen mit IR-Suchköpfen ausgerüsteten Luftabwehrraketen ausgehen. Der verwendete Quantum Cascade Laser blendet den Suchkopf anfliegender Raketen und stört das Zielsignal unter allen Wetterbedingungen und Einsatzflughöhen.

CIRCM stellt eine erschwingliche Lösung mit offener Systemarchitektur dar, die sich mit bereits existierenden Selbstschutzausstattungen verbinden lässt und auch zukünftige Leistungssteigerungen ermöglicht. Die modulare Bauweise ermöglicht nicht nur eine unkomplizierte Anpassung an neue Bedrohungen, sie ermöglicht auch einfachen und schnellen Austausch von Komponenten unter Einsatzbedingungen.

CH-47 Chinook der U.S. Army sind bereits mit CIRCM ausgerüstet. Erkennbar ist das System unterhalb des hinteren Kabinenfensters. © Northrop Grumman

Weltweit wurden bislang fast 700 CIRCM-Systeme von Northrop Grumman in Hubschraubern installiert. Es ist damit das weitest verbreitete System seiner Art. CIRCM erreichte bislang mehr als 70.000 operative Flugstunden in Hubschraubern der Typen AH-64, CH-47 und UH-60 der U.S. Army mit einer herausragenden Leistungsbilanz und ohne Luftfahrzeugverluste,

Einsatz bei der Luftwaffe

In den CH-47F Block II der Luftwaffe wird Northrop Grummans CIRCM in Verbindung mit dem AN/AAR-57 Common Missile Warning System (CMWS) von BAE Systems zum Einsatz kommen. Das automatisierte Raketenwarnsystem warnt die Besatzungen der deutschen Chinooks vor anfliegenden Boden-Luft-Raketen (zum Beispiel MANPADS) und leitet entsprechende Gegenmaßnahmen ein. Es nutzt mehrere passive elektro-optische Sensoren (EOMS) zur Erfassung von Raketenstarts sowie Beschuss durch Kleinwaffen und raketengetriebene Granaten (Hostile Fire Indication) und leitet automatisch die Aktivierung des CIRCM-Systems für laserbasierte Gegenmaßnahmen ein.

Carsten Vennemann

 

 

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Über Carsten Vennemann

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Carsten Vennemann ist ehemaliger Berufssoldat mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr. Als freier Journalist widmet er sich nun den Themen Luftfahrt und Verteidigung und veröffentlicht regelmäßig Beiträge in verschiedenen Fachmagazinen.

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