Homepage » Helikopter » Notgewasserte H160 wurde per Schlepper nach Rio de Janeiro gezogen

Notgewasserte H160 wurde per Schlepper nach Rio de Janeiro gezogen

Die Bergung der notgewasserten Airbus Helicopters H160 des brasilianischen Betreibers Omni Táxi Aéreo gestaltete sich dank der Notschwimmer und der ruhigen See als relativ einfach. Da der Hubschrauber schwamm, konnte er hinter einem Bergungsschlepper in einen Hafen gezogen werden, der fast 100 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt liegt.

7.01.2026

Safran stellt die Emergency Floats für die H160 her. © Airbus Helicopters / Eric Raz

Die Notwasserung einer H160 am 2. Januar 2026 hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Alle Insassen des Hubschraubers des brasilianischen Betreibers Omni Táxi Aéreo konnten nach der Notwasserung in Rettungsinseln umsteigen und wurden von einer H225M der brasilianischen Marine geborgen und an Land gebracht. Nach eingehenden Untersuchungen haben alle acht Insassen (zwei Besatzuungsmitglieder und sechs Passagiere) wieder das Krankenhaus verlassen, teilte der Betreiber nun mit.

Die H160 war rund 40 nautische Meilen (umgerechnet 74 Kilometer) südlich der brasilianischen Küstenstadt Cabo Frio notgewassert. Das Meer war ruhig, es herrschte kaum Seegang. Die Notschwimmer (Emergency Floats) der H160 wurden – wie für solche Fälle geplant – aktiviert und verhinderten das Sinken des Hubschraubers. Der französische Technologiekonzern Safran stellt die Emergency Floats der H160 her, die sich jetzt bewährten.

Die verunglückte H160 am Seil hinter einem Schlepper in der Bucht von Rio de Janeiro. © Thenewarea51 via X

Nun ist ein undatiertes Video auf einem Social-Media-Kanal aufgetaucht, das die notgewasserte H160 im Schlepptau hinter einem Bergungsschlepper zeigt. Im Hintergrund ist eine Brücke zu erkennen, bei der es sich um die Ponte Rio-Niterói zwischen Rio de Janeiro und Niterói handeln dürfte. Außerdem ist auf dem seitenverkehrten Video das Schiff Fugro Atlantis Dweller zu erkennen, welches seit zehn Tagen auf Reede in Rio de Janeiro liegt. Südlich der Brücke befindet sich die Technikschule der brasilianischen Marine, wo die Unfallermittler den Hubschrauber untersuchen könnten.

Die Notschwimmer haben den Hubschrauber also für lange Zeit über Wasser gehalten und seine Bergung ermöglicht. Bei Notwasserungen – die sehr selten auftreten – versinken die verunglückten Hubschrauber häufig, da die Emergency Floats nach einer gewissen Zeit beschädigt und undicht werden. Eine Bergung der versunkenen Luftfahrzeuge ist – abhängig von der Wassertiefe – dann nur mit großem Aufwand möglich. Auch wenn die H160 wahrscheinlich aufgrund des eingedrungenen Salzwassers ein wirtschaftlicher Totalschaden sein dürfte, hilft die Bergung des kompletten Hubschraubers den Ermittlern, die Ursache für den Unfall leichter festzustellen.

Volker K. Thomalla

 

Keine News mehr verpassen: Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Folgen Sie uns auf Bluesky

Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Notwasserung einer H160 im Atlantik vor Brasilien

Dänische Marine rettet PA-46-Crew aus dem Meer vor Grönland

Ferryflug endet mit Notwasserung 1.000 Meilen vor Hawaii

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.