Die Do228 NXT ist ein zweimotoriges Mehrzweckflugzeug mit Turboprop-Antrieb sowie Kurzstart- und landeeigenschaften. General Atomics AeroTec Systems (GA-ATS) fertigt sie in seinem Werk am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen. Nun hat der Hersteller einen neuen Sensor von CDA Systems als Option für das Flugzeug in die Ausrüstungsliste aufgenommen. CDA Systems ist in Andorra ansässig und stellt Produkte für die Luft- und Raumfahrt, die Kommunikation und Präzisionsoptik her.
Das CPLS (Cell Phone Locating System) Sentinel ist nach Angaben des Herstellers ein hochmodernes zellulares Geolokalisierungssystem, mit dem Rettungskräfte vermisste oder gefährdete Personen mit außergewöhnlicher Genauigkeit lokalisieren können – selbst in abgelegenen Regionen oder Gebieten, in denen die herkömmliche Kommunikationsinfrastruktur zerstört wurde.
Der Hersteller beschreibt die Funktionsweise des Sensors folgendermaßen: „Anhand vorinstallierter oder neu gescannter Mobilfunkmastdaten erstellt SENTINEL eine offline nutzbare Einsatzkarte für die Einsatzgebiete. Sobald der Bediener die ID des Ziel-Smartphones eingegeben hat, fungiert das System als sichere und datenschutzkonforme Basisstation, die das Signal des Smartphones erkennt, ohne mit aktiven Netzwerken zu interagieren oder auf persönliche Nutzerdaten zuzugreifen.
Durch eine fortschrittliche PDOA-Analyse (Phase Difference of Arrival) ermittelt SENTINEL den genauen Standort des Telefons. Eine intuitive grafische Benutzeroberfläche zeigt Richtungshinweise, Koordinaten und Kartierungsunterstützung an, um die Teams direkt zu der in Not geratenen Person zu führen. Die Bediener können direkten Text- oder Sprachkontakt herstellen und einsatzbereite Koordinaten in externe Befehlssysteme exportieren, um sofortige Maßnahmen zu ergreifen.“
Das sehr kompakte SENTINEL-System von CDA Systems kann Mobiltelefone mit hoher Präzision orten. © CDA Systems
Das System besteht aus einem SDR-Funkgerät (Software-Defined Radio), zwei bis vieer Antennen sowie einer GPS-Antenne. In Gebieten, wo der GPS-Empfang gestört ist, kann das System auch mit einem Trägheitsnavigationssystem gekoppelt werden. Das System wiegt nur rund 1 Kilogramm und ist in einem Gehäuse untergebracht, welches nur 16 x 8,5 x 5,0 Zentimeter misst. Mehrere SENTINEL-Einheiten können zu einem Stack zusammengeschlossen werden und ermöglichen so das gleichzeitige Scannen von mehreren Frequenzbändern.
Durch die Aufnahme des SENTINEl-Sensors in die Do228 NXT-Optionsliste können nach Angaben von GA-ATS eine Vielzahl von Missionen wie Such- und Rettungsaktionen, Grenzüberwachung, Seeüberwachung, Katastrophenhilfe, medizinische Evakuierungen sowie Umwelt- und Waldbrandüberwachung noch effektiver durchgeführt werden. Dies eröffne den Betreibern der Do228 weltweit eine wachsende Zahl von Einsatzmöglichkeiten.
Volker K. Thomalla
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