Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce hatte sich 2021 im Bieterwettbewerb des damaligen US-Verteidigungsministeriums (heute: US-Kriegsministerium) um die Remotorisierung der B-52-Bomberflotte der U.S. Air Force mit dem F130-Turbofan durchgesetzt.
Jeder strategische Bomber des Typs B-52H Stratofortress wird von acht TF33-PW-103-Triebwerken von Pratt & Whitney angetrieben, die in Pods zu jeweils zwei Triebwerken unter den Tragflächen der Bomber hängen. Die TF33 werden künftig gegen F130-Turbofans ausgetauscht.
Die TF33-Triebwerke der B-52H Stratofortress stammen noch aus den fünfziger Jahren, wie man an den Rauchfahnen hinter dem Bomber erkennen kann. © USAF/Juan Torres
Die mit den neuen Triebwerken ausgerüsteten und modernisierten Bomber werden die Bezeichnung B-52J erhalten. Die USAF plant, die Flugzeuge nach ihrer Modernisierung noch 30 Jahre lang zu betreiben. Die F130 verbrauchen sehr viel weniger Treibstoff als die heute genutzten Antriebe und verleihen den Bombern so eine größere Reichweite. Damit sinkt auch der Bedarf der U.S. Air Force an Luftbetankungskapazitäten. Außerdem sind die neuen Antriebe deutlich zuverlässiger und weniger wartungsanfällig.
Das F130 beruht auf dem BR725-Turbofan
Rolls-Royce baut die F130, die konstruktiv auf dem zivilen BR725-Turbofan von Rolls-Royce Deutschland beruhen, in seinem Werk in Indianapolis. Für die Remotorisierung der B-52-Flotte benötigt die US Air Force insgesamt 608 Triebwerke, inklusive möglicher Reservetriebwerke.
Rolls-Royce hat nun am U.S. Air Force Arnold Engineering Development Complex (AEDC) in Tullahoma im US-Bundesstaat Tennessee eine wichtige Testserie unter Höhen- und Flugbetriebsbedingungen des neuen B-52-Antriebs erfolgreich abgeschlossen. Jennifer Schwerin, Direktorin für frühe Produktlebenszyklus- und Marineprogramme im Verteidigungsbereich bei Rolls-Royce, sagte: „Wir sind stolz darauf, einen weiteren Meilenstein für unser F130-Triebwerkstestprogramm termingerecht und im Rahmen des Budgets für die Air Force erreicht zu haben. In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern bei Boeing und der Air Force hat unser Team die Fähigkeit des F130 unter Beweis gestellt, die Missionsanforderungen zu erfüllen, und das Vertrauen weiter gestärkt, dass dieses Triebwerk die richtige Wahl für die B-52J ist.“
Zuvor hatte das Triebwerksprogramm schoin weitere wichtige Testreihen bestanden, so unter anderem die wichtige Rapid Twin Pod Tests, bei dem die Interaktionen der Triebwerke im Betrieb angesichts der sehr engen Positionierung der Antriebe nebeneinander eingehend untersucht wurde.
Jetzt nach dem erfolgreichen Abschluss der jüngsten Tests – die nicht in einem Paar, sondern als individuelles Triebwerk erfolgten – werden die nächsten Testreihen wieder zum NASA Stennis Space Center zurückkehren, um dort die nächste Testserie im Doppelpack abzuarbeiten.
Die U.S. Air Force strebt an, die ersten remotorisierten B-52J Stratofortress zu Beginn der 2030er Jahre wieder in Dienst stellen zu können.
Volker K. Thomalla
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