Homepage » Aero-Kultur - news » Hohe Auszeichnung für Flugzeug-Restaurator J.J. van Egmond

Aerobuzz-Lesern ist J.J. (Jack) van Egmond als der Mann bekannt, der eine Fokker D.XXI nach Originalplänen auf dem Flugplatz Hoogeveen gebaut hat. Die originalgetreue Replik steht kurz vor dem Erstflug. Nun wurde ihm eine hohe königliche Auszeichnung verliehen.

19.04.2021

Jack van Egmond wurde mit dem königlich-niederländischen Orden Ritter von Oranje-Nassau für seine Bemühungen um den Erhalt der niederländischen Luftfahrtgeschichte geehrt. Seine Frau durfte ihm den Orden anheften. © ATN

Für viele Menschen in den Niederlanden ist der 75-jährige J.J. (Jack) van Egmond, so etwas wie ein Pate der historischen Luftfahrt. Bis heute hat er 106 verschiedene Flugzeugtypen selbst geflogen. Für seine jahrzehntelangen, enormen Leistungen auf dem Gebiet der Flugzeugrestaurierung erhielt van Egmond nun einen niederländischen Königsorden. Am 11. April 2021 wurde er in Hoogeveen zum Ritter im Orden von Oranje-Nassau ernannt. Die Verleihung nahm Anneke Raven vor, die Bürgermeisterin der Gemeinde Hellendoorn. Aufgrund der Coronamaßnahmen heftete aber nicht sie, sondern Willy van Egmond, die Ehefrau des Geehrten, Jack van Egmond den Orden an die Brust.

In den vergangenen 40 Jahren hat van Egmond zusammen mit seinen Familienmitgliedern und freiwilligen Helfern die Restaurierung oder den Umbau von nicht weniger als 37 Flugzeugen in die Wege geleitet, viele davon sind entweder sehr selten oder sogar einzigartig. Auf dem Flugplatz Hoogeveen (ICAO-Code EHHO) restaurierte er kleinere Flugzeuge wie die einzige Klemm 35 in den Niederlanden, eine Fairchild PT-26 Cornell und eine Ryan ST-3KR, um nur einige zu nennen.

Restaurierung einer Spitfire Mk.IX

Aber wirklich internationalen Ruhm hat van Egmond mit der Restaurierung einer Vickers Supermarine Spitfire Mk.IX MK732 erlangt, an der er drei Jahre lang mit rund 20 Freiwilligen auf dem Flugplatz Deelen (EHDL) gearbeitet hatte. Als PH-OUQ ist dieser Warbird seit vielen Jahren einer der Blickfänge der Koninklijke Luchtmacht Historische Vlucht (Royal Netherlands Air Force Historic Flight) auf dem Fliegerhorst Gilze Rijen (EHGR). Diese Restaurierung war seinerzeit sehr kostspielig, rund 2,1 Millionen niederländische Gulden (umgerechnet rund 910.000 Euro). Die Hälfte davon wurde von der Royal Netherlands Air Force (RNLAF) getragen.

Der Nachbau der Fokker D.21 in Hoogeveen erfolgt nach Originalzeichnungen. © Bob Fischer

Als einer der Gründer und ehemaliger Lehrer für Luftfahrttechnik an der Technischen Hochschule Deltion in Zwolle hat van Egmond immer versucht, Studenten zu ermutigen, sich an seinen Restaurierungsaktivitäten zu beteiligen. Es war seiner Meinung nach der beste Weg, sein Wissen weiterzugeben und seine Fähigkeiten mit der nächsten Generation zu teilen.

Das jüngste Projekt ist der Bau eines Fokker D.XXI-Jägers durch van Egmonds Firma ATN (Aerobuzz hat darüber berichtet). Da in den Niederlanden keine einziges komplettes Exemplar dieses Typs überlebt hat, musste sich van Egmond auf originale Fokker-Werkszeichnungen stützen, um seine D.XXI komplett neu zu bauen. Die ersten Triebwerkstests und Flüge dieses spannenden Projekts werden noch in diesem Jahr erwartet.

Bob Fischer

 

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