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Im Aviodrome in Lelystad wird eine Fokker S.IV restauriert

Die einzige verbliebene Fokker S.IV, ein historisches Schulflugzeug aus dem Jahr 1924, wird im Aviodrome Museum in Lelystad in den Niederlanden wieder aufgebaut. Sie ist die einzige S.4, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat, was sie zu einem der ältesten überlebenden niederländischen Militärflugzeuge macht.

3.11.2020

Ein aus dem Jahr 1924 stammendes Schulflugzeug Fokker S.IV wird im Aviodrome in Lelystad restauriert. © Aviodrome

Die Fokker S.IV mit dem Kennzeichen 108 wurde am 30. Oktober 1924 offiziell in Betrieb genommen. Das einmotorige Trainingsflugzeug, damals Schulflugzeug genannt – daher das „S“ in der Typenbezeichnung – wurde vor dem Zweiten Weltkrieg von der Lucht Vaart Afdeling (LVA, Luftfahrtabteilung) eingesetzt. Das Flugzeug wird restauriert, aber nicht in den Zustand versetzt, in dem es in 1924 geliefert wurde. Vielmehr hat man sich entschlossen, eine Hälfte des Doppeldeckers offen zu lassen. Die Restauratoren gehen davon aus, dass die Wiederherstellung rund drei Jahre dauern wird. Ein Team von sieben Freiwilligen ist für die Restaurierung dieser Fokker verantwortlich.

Raymond Oostergo, Sammlungsmanager beim Aviodrome, sagte: „Der Stahlrohrrumpf und die Holzflügel sind normalerweise mit Stoff bespannt, und dann ist die Konstruktion nicht sichtbar. Wenn man sie nicht vollständig abdeckt, können die Besucher nicht nur sehen, wie ein Flugzeug aussah, sondern auch, wie der Bau eines Flugzeugs aus den frühen 1920er Jahren zusammengesetzt wurde.”

30 Exemplare wurden gebaut

Der Doppeldecker hatte zwei Sitze. Fluglehrer und Schüler saßen hintereinander. 1924 bestellte die LVA 30 Flugzeuge des neuen Modells, von denen die Hälfte schon im selben Jahr geliefert wurde, inklusive der „108”. Die zweite Hälfte der Bestellung wurde ein Jahr später übergeben. Die Schulflugzeuge wurden bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs 1940 geflogen.

Einige Flugzeuge waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschrieben, die übrigen wurden nach der Kapitulation nach Frankreich gebracht und demontiert. Was mit ihnen genau passiert ist, ist bis heute nicht bekannt.

Die Deutschen hatten kein Interesse

Die „108“ befand sind im Frühjahr 1940 im Fokker-Werk in Schiphol. Das damals 16 Jahre alte Flugzeug musste nach einer Notlandung repariert werden. Die deutschen Besatzer hatten kein Interesse an diesem relativ alten Trainingsflugzeug und ließen es deshalb in Ruhe. Während des Krieges wurde der Rumpf zur Technischen Universität nach Delft verlegt, wo er bis 1960 blieb. In diesem Jahr wurde die Fokker S.4 in die Sammlung des neuen Luftfahrtmuseums Aeroplanorama in Schiphol Ost aufgenommen, einer der Vorgänger des heutigen Aviodrome.

Seitdem wurden zwei Restaurierungen durchgeführt. In den 1980er Jahren hat man in Zusammenarbeit mit Fokker mit der Restaurierung des Rumpfes begonnen, doch durch die Arbeitsbelastung in der Fabrik wurde dieser Versuch nach einigen Jahren eingestellt. Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde die Restaurierung beim Aviodrome dann fortgesetzt. In dieser Zeit wurden unter anderen die beiden Flügel gebaut.

Das Museum schätzt, dass die Restaurierung der Fokker S.IV rund drei Jahre in Anspruch nehmen wird. © Aviodrome

Mit der jetzt angekündigten dritten Runde möchte das Luftfahrtmuseum die Restaurierung abschließen. Oostergo: „Es werden so viel Originalteile wie möglich verwendet, wie der Rumpf, das komplette Fahrwerk, der Mongoose-Motor, ein Teil der Metallverkleidung und die Cockpitsitze. Die beiden 2009 gebauten Flügel werden zusammen mit der damals neu hergestellten Bespannung und den Steuerflächen ebenfalls in den Prozess einbezogen.”

Es sind noch nicht alle Teile vorhanden, sagt Oostergo: „Verschiedene Teile müssen daher auf der Grundlage von Fotografien reproduziert oder, falls Informationen fehlen, anhand von Beispielen andere Fokker-Flugzeuge aus dieser Zeit rekonstruiert werden.”

Das Flugzeug wird zunächst im hinteren Teil des Hangars auf dem Aviodrome-Gelände restauriert. Es ist für das Publikum noch nicht sichtbar, aber das kann sich in Zukunft ändern.

Bob Fischer

 

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