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Die Fw 200 Condor-Restaurierung ist erfolgreich abgeschlossen

Die Focke-Wulf Fw 200 Condor zeigte schon 1938 mit einem Nonstop-Flug von Berlin-Staaken nach New York, wozu Verkehrsflugzeuge fähig sein konnten. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Muster militärisch genutzt. Eine 1942 notgelandete und 1999 geborgene Fw 200 diente als Basis für den Wiederaufbau, den viele für unmöglich gehalten hatten und der nun erfolgreich beendet wurde.

28.05.2021

Die Restaurierung der Focke-Wulf Fw 200 Condor in Bremen ist nach 22 Jahren erfolgreich beendet. © Airbus Operations GmbH/Team Condor

Es war ein wahrhaftes Mammutprojekt, an das sich eine Gruppe von freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeitern Ende der neunziger Jahre gewagt hatte: Im Frühjahr 1999 wurde vom Deutschen Technikmuseum Berlin eine viermotorige Focke-Wulf Fw 200 Condor nach 57 Jahren unter Wasser aus dem Trondheimfjord in Norwegen geborgen. Bei der Bergung zerbrach aber der Rumpf, und eine angestrebte Restaurierung schien unmöglich. Doch eine Gruppe von Enthusiasten, die zuvor schon in Bremen eine Junkers F13 restauriert hatten, gab nicht auf und machte sich nach rund drei Jahren Vorbereitung akribisch an die Arbeit, wohl wissend um den Berg an Arbeit, der auf sie zukommen würde.

Für die Restaurierung fanden sich mit der Airbus Operations GmbH, Rolls-Royce Deutschland und der Lufthansa Berlin Stiftung Partner aus der Industrie, die das Projekt unterstützten. Das Deutsche Technikmuseum koordinierte das Vorhaben und beschaffte Komponenten und technische Unterlagen.

Der Rumpf musste neu gebaut werden

Nicht alle Teile konnten restauriert werden, die Rumpfstruktur musste beispielsweise komplett neu gebaut werden, was angesichts fehlender Unterlagen zu einer großen Herausforderung wurde. Die Restaurierungsteams nutzten Teile von zwei weiteren Condor, um das Projekt zu realisieren. Insgesamt arbeiteten im Laufe der letzten zwei Dekaden rund 150 Mitarbeiter an dem Wiederaufbau des historischen Flugzeugs.

Doch nun ist es geschafft: Die Fw Condor ist zusammengebaut und steht in der Halle in Bremen-Stuhrbaum im Süden der Hansestadt. Doch da wird sie nicht bleiben. Die Condor soll im nächsten Monat zum ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof transportiert werden, wo das Deutsche Technikmuseum sie ausstellen wird. Für den Transport nach Berlin wird sie wieder zerlegt: die Tragflächen, das Leitwerk und die Motoren werden entfernt und erst in Tempelhof wieder angebaut. Dann kann die Öffentlichkeit das letzte Exemplar der einst als Langstrecken-Verkehrsflugzeug entworfene, aber in der Mehrzahl als Fernbomber und Fernaufklärer im Zweiten Weltkrieg genutzten Focke-Wulf Fw 200 besichtigen. Ohne den unglaublichen Einsatz und die Tausende von Arbeitsstunden der Freiwilligen wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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