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Die Hamburger Boeing 707 wird abgewrackt

Für einen großen Aufschrei unter Enthusiasten sorgte die Nachricht des Flughafens Hamburg, sein Museumsflugzeug vom Typ Boeing 707 zu verschrotten. Schon im März soll die Demontage beginnen. Danach kommt der Bagger und wird ein Stück Luftfahrthistorie in Stücke reißen.

4.02.2021

Die Tage der Boeing 707 am Hamburg Airport sind gezählt: Das Flugzeug, das auf den Hamburg Airport Days 2007 noch von vielen Besuchern besichtigt wurde, wird verschrottet. © Michael Penner/Hamburg Airport

Die Flughafen Hamburg GmbH hat entschieden, dass die als Museumsflugzeug am Hamburg Airport abgestellte Boeing 707-430 abgewrackt werden soll. Bereits im März soll mit der Zerlegung des historischen Verkehrsflugzeugs begonnen werden. „Mehrere Versuche des Hamburger Flughafens, das historische Flugzeug zu übergeben und als Ausstellungsstück zu erhalten, sind leider gescheitert. Hamburg Airport hat sich daher entschlossen, die Maschine zu verwerten“, teilte die Betreibergesellschaft mit. Die wirtschaftliche Situation als Folge der Coronakrise zwinge den Flughafen dazu, Kosten und Strukturen anzupassen und dabei habe man auch den Unterhaltungsaufwand für das historische Langstreckenflugzeug auf den Prüfstand gestellt, so die Flughafen-Gesellschaft.

Bevor eine Baggerschaufel das Flugzeug jedoch in Kleinteile zerreißt, lässt das Auktionshaus Dechow – das bereits 2018 die Überreste der Air Berlin versteigert hatte – verwertbare Teile aus der Boeing ausbauen und wird sie versteigern. Luftfahrt-Enthusiasten haben so die Möglichkeit, sich ein Originalteil aus einem echten historischen Verkehrsflugzeug zu sichern.

Nur 15 Jahre im Linienbetrieb

Die Hamburger 707 wurde 1960 gebaut und flog mit dem Kennzeichen D-ABOD nur 15 Jahre lang für die Kranich-Airline. Sie wurde von vier Rolls-Royce Conway-Triebwerken angetrieben. Die 707 hatte für den Flughafen der Hansestadt auch eine besondere Bedeutung, denn mit ihr fanden die ersten Interkontinentalflüge mit Jets von Hamburg aus statt. Dass die D-ABOD bei der Lufthansa nicht den Taufnamen „Hamburg“ erhielt, sondern den Taufnamen „Frankfurt“ haben ihr die Hamburger schon lange verziehen.

Von 1975 an diente sie bis 1999 als Ausbildungsobjekt für künftige Fluggerätmechaniker der Lufthansa Technik. Im Sommer 1999 war sie aber auch für diese Aufgabe zu alt und wurde durch neue Ausbildungs- und Schulungsmethoden ersetzt. Der Hamburger Flughafen kaufte sie angeblich für einen symbolischen Euro – obwohl die gemeinsame europäische Währung erst 2001 als Bargeld eingeführt wurde.

Seitdem trug sie verschiedene Lackierungen, da sie in verschiedenen Filmen als Drehort und Kulisse diente. Außerdem trainierten die Rettungs- und Sicherheitskräfte des Flughafens am und mit dem Flugzeug.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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