Homepage » Aero-Kultur » Die Ju 52 steht wieder auf ihren eigenen Beinen

Die Paderborner „Quaxe“ haben am Samstag dafür gesorgt, dass ihre berühmte Junkers Ju 52 nun zumindest wieder rollen kann. Leitwerk und Tragflächen sind in als nächstes an der Reihe.

23.08.2021

Nach der Fahrwerksmontage schraubten die Quax-Techniker auch die Räder wieder an das Fahrwerk. © Meiko Haselhorst

Gar nicht so einfach, einem alten Flugzeug die Räder unter den Bauch zu schrauben. Nicht mal für die „Quaxe“, jenen Paderborner Verein, der sich seit anderthalb Jahrzehnten die „Förderung von historischem Fluggerät“ auf die Fahnen schreibt. Aber es war ja auch weder ein kleines noch irgendein Flugzeug, das die Schrauber und Piloten am vergangenen Samstag vor sich hatten: Keine Geringere als die legendäre Junkers Ju 52 hing da am Haken, auch bekannt als Tante Ju.

Ju 52 D-AQUI erhält ihr Fahrwerk zurück

Der Verein hatte für den Oldtimer im vergangenen Jahr die Halterschaft von der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung (DLBS) übernommen – und das in ihre Einzelteile zerlegte Flugzeug von Bremen nach Paderborn geholt. Der Plan: Das Flugzeug aus dem Jahr 1936 wieder zusammenzubauen und in einer eigenen Halle auszustellen. Den Flieger eines Tages wieder zum Fliegen zu bringen, davon darf allenfalls geträumt werden. Zu aufwendig die Instandhaltung, zu hoch die Kosten. Selbst die Lufthansa hatte 2018 den Spaß daran verloren – nachdem sie jahrzehntelang prestigeträchtige Rundflüge in ganz Deutschland durchgeführt hatte.

Am Samstag war jedenfalls erst mal das Fahrwerk dran.  Um die 40 Quaxe waren zum vereinseigenen Hangar nach Paderborn gekommen, um mit anzupacken – oder sich die Sache zumindest mal anzuschauen. Die ein oder andere technische Hürde gab’s durchaus zu überwinden – zwischenzeitlich musste gar der Bugmotor abmontiert werden, um den Schwerpunkt weiter nach hinten zu verlagern und den Rumpf am Kran in die richtige Position für die Montage des Fahrwerks zu bringen. Am späten Nachmittag durfte gejubelt werden: Das Flugzeug hatte seine Räder wieder. „Was das ausmacht – sieht doch jetzt schon wieder ganz anders aus“, war ein Satz, den gleich mehrere Beteiligte aussprachen.

Als nächstes folgt das Leitwerk

Und demnächst soll die Tante noch flotter gemacht werden: „Als nächstes ist das Leitwerk an der Reihe“, sagt Peter Sparding, Vorsitzender des Vereins. „Und dann die Tragflächen.“ Letztere ruhen momentan noch in einer der beiden Vereinshallen.

Für die Montage hatte ursprünglich eine dritte Halle gebaut werden sollen, in der der Oldtimer dann auch ausgestellt werden sollte. Ob es tatsächlich zum Bau dieser Halle kommen wird, steht aber mittlerweile in den Sternen. Bedingt durch Corona, so Sparding, läge der Preis nun um satte 300.000 Euro über dem ursprünglich kalkulierten. Eine Summe, die man nicht mal eben so aus dem Hut zaubert. Ob in der neuen oder in der alten Halle: Die Tante Ju – so viel steht fest – wird komplett zusammengebaut. Und sie wird wieder rollen.

Meiko Haselhorst

 

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Über Meiko Haselhorst

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Meiko Haselhorst (46) wollte als Kind immer Pilot werden. Doch es kam anders: Er wurde Tischler, später Redakteur einer Tageszeitung – und arbeitet heute als freiberuflicher Journalist. Seine immer noch vorhandene Leidenschaft für Flugzege und fürs Fliegen lebt der zweifache Vater zuweilen auf Reisen und an der Tastatur aus.

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