Homepage » Aero-Kultur » Norwegisches Museum hat eine DC-6B aus Alaska geholt

Norwegisches Museum hat eine DC-6B aus Alaska geholt

Beinahe hätte es mit dem Kauf eines historischen Propliners Douglas DC-6B durch das Historik Flymuseum Sola aus Norwegen nicht geklappt. Doch ausgerechnet ein Herzinfarkt eines Teilnehmers des berühmten Schlittenhunde-Rennens Itarod brachte die Wende. Gestern ist das Flugzeug nach einem Nonstop-Transatlantikflug in Norwegen gelandet.

3.06.2020

Das Luftfahrthistorische Museum in Sola in Norwegen hat eine DC-6B in Alaska erworben und stellt sie nun in den historischen Farben dieser DC-6B aus. © Flyhistorik Museum Sola

Gestern ist die Douglas DC-6B, ein historisches Langstrecken-Verkehrsflugzeuzg mit vier Sternmotoren aus den vierziger Jahren, nach einem Transatlantik-Ferryflug aus Alaska auf dem Flughafen Stavanger in Norwegen gelandet. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen N151 wird nun als statisches Exponat im Flyhistorik Museum Sola ausgestellt.

Vor seinem Abflug nach Norwegen hatte das Museum das Flugzeug in Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska noch in den historischen Farben der norwegischen Fluggesellschaft Braathens SAFE lackieren lassen. Die Douglas DC-6B bildete zwischen 1962 und 1973 das Rückgrat der Flotte der Airline.

Das Museum in Sola hatte mehrere Jahre nach einer Douglas DC-6 gesucht und war im vergangenen Jahr bei der Frachtfluggesellschaft Everts Air Cargo fündig geworden. Die N151 sollte bereits im November 2019 nach Norwegen überführt werden, allerdings benötigte das Unternehmen das Flugzeug im Herbst doch länger als erwartet, und man einigte sich auf eine Verschiebung des Überführungsfluges auf den März 2020.

Dann schlug die Coronakrise zu, und der inzwischen ungünstige Umtauschkurs von norwegischen Kronen in US-Dollar machte es dem Museum unmöglich, die DC-6B zu erwerben. Doch dann kam der Zufall zu Hilfe: Der Norweger Thomas Waerner hatte mit seinem Team im März 2020 erneut an dem berühmten Schlittenhund-Rennen Itarod teilgenommen – 2015 war er als bester Neuling an dem Rennen ausgezeichnet worden – und erlitt nach dem Rennen in Alaska einen Herzinfarkt. Er saß mit seinen Hunden in Alaska fest und konnte wegen der weltweit annullierten Passagierflüge nicht nach Norwegen zurückkehren.

Der Passagier brachte Sponsor ins Spiel

Als er von dem misslungenen Kauf der DC-6B hörte, kontaktierte er seinen Sponsor Aker BioMarine sowie die Ludv. G. Braathens-Stiftung, die in Verbindung mit der Gemeinde Sola den Kauf des Flugzeugs und die Überführung nach Norwegen finanzierten. Damit konnte nicht nur Waerner mit seinen Huskies in seine Heimat zurückkehren, sondern auch der Traum des Museums vom Erwerb einer Douglas DC-6B erfüllt werden.

Am 1. Juni startete die N151 in den Farben von Braathens SAFE und mit dem Kennzeichen LN-SUB in Fairbanks zum Ferryflug nach Norwegen. Doch bereits nach einer halben Stunde Flugzeit musste der historische Propliner aufgrund einer technischen Problems umkehren. Die Techniker reparierten das defekte Teil innerhalb von zwei Stunden und, so konnte das Flugzeug dann wie geplant nach Yellowknife fliegen. Von dort brach die DC-6B zu ihrem Nonstop-Transatlantikflug nach Norwegen auf.

Nach 15 Stunden Flugzeit erreichte sie die norwegische Küstenstadt Bergen, wo sie einen tiefen Überflug über dem Flughafen absolvierte, bevor sie weiter nach Stavanger flog, wo sie nach 15 Stunden und 43 Minuten Flugzeit landete. Bei diesem Flug dürfte es sich um einen der letzten Transatlantikflüge einer Douglas DC-6 gehandelt haben.

Die DC-6B wird in einigen Wochen vom Flughafen Stavanger in den Außenbereich des Museums in Sola geschleppt. Es ist geplant, in der Kabine eine Sonderausstellung zu installieren. Eine Umrüstung der Frachtkabine in eine Passagierkabine ist nicht vorgesehen.

Bob Fischer

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Constellation-Restaurierung der Lufthansa kostete 150 Mio. Euro

Flying Dutchman landet im Freizeitpark Madurodam

C-54 Spirit of Freedom von Tornado schwer beschädigt

Über Bob Fischer

zum Aerobuzz.de
Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.