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Bombardier zieht bei Learjet noch in diesem Jahr den Stecker

Befürchtet wurde es schon lange, doch jetzt fiel die Entscheidung: Bombardier wird keine Learjets mehr bauen. Damit soll die Geschichte des ersten Business Jets, der eine weite Verbreitung gefunden hat, jedoch noch nicht zu Ende sein: Der Hersteller will die Betreiber weiter unterstützen und bietet für die Learjet 40 und 45 das RACER-Modernisierungsprogramm an.

11.02.2021

Der 3.000. Learjet in Kundenhand war auch gleichzeitig der 100. gebaute Learjet 75. © Bombardier Aerospace

1963 flog der erste Learjet zum ersten Mal. Er war über Jahrzehnte das Synonym für Geschäftsreisejets. Doch die besten Tage der legendären Marke sind schon länger vorbei. Zuletzt lief die Nachfrage mehr als schleppend, 2020 wurden gerade einmal elf neue Learjets gebaut. Jetzt beendet der kanadische Business-Jet-Hersteller Bombardier das Kapitel „Learjet-Fertigung“. Er hat heute angekündigt, die Produktion der legendären Learjet-Flugzeugfamilie einzustellen und sich stattdessen stärker auf die profitablen Produktfamilien Global und Challenger zu konzentrieren. Im vierten Quartal dieses Jahres soll im Learjet-Werk in Wichita im US-Bundesstaat Kansas der letzte von über 3.000 hergestellten Learjets aus der Halle rollen.

Learjet – die Jet-Legende

Aber in Wichita sollen nicht die Lichter ausgehen, auch wenn dort durch die Entscheidung 250 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. In Wichita will Bombardier sich mehr auf die Kundenbetreuung konzentrieren und dort das Centre of Excellence für Specialized Aircraft Platforms angesiedeln. Außerdem ist in Wichita das Flugtestzentrum des Herstellers beheimatet. Éric Martel, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Bombardier, Inc., sagte bei der Bekanntgabe der Bilanz für das Jahr 2020: „Mit mehr als 3.000 ausgelieferten Flugzeugen seit seiner Indienststellung im Jahr 1963 hat der legendäre Learjet einen bemerkenswerten und nachhaltigen Einfluss auf die Geschäftsluftfahrt gehabt. Passagiere auf der ganzen Welt lieben es, dieses außergewöhnliche Flugzeug zu fliegen und zählen auf seine unübertroffene Leistung und Zuverlässigkeit. Angesichts der zunehmend herausfordernden Marktdynamik haben wir jedoch die schwierige Entscheidung getroffen, die Learjet-Produktion zu beenden.“

Modernisierungsprogramm RACER für den Learjet 40 und 45

Im Juni 2017 hatte der Hersteller das 3.000. Exemplar der Learjet-Business-Jet-Familie an einen Kunden übergeben. Bombardier gab das Bekenntnis ab, die weltweite Learjet-Flotte auch in Zukunft voll unterstützen zu wollen. Der Hersteller hat heute auch offiziell das Learjet RACER-Programm für die Muster Learjet 40 und Learjet 45 gestartet. Im Rahmen des RACER-Modernisierungsprogramms werden die bestehenden Flugzeuge modifiziert und modernisiert. Sie bekommen eine neue Innenausstattung, eine neue Avionik, Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung,  Verbesserungen an den Triebwerken, was zu niedrigeren Wartungskosten führen soll. Als Trostpflaster für den Standort Wichita bietet Bombardier das RACER-Programm ausschließlich in seinem Bombardier-Servicezentrum in Wichita an.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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