Homepage » Business Aviation » Die EBAA hat die EBACE 2026 abgesagt!

Die EBAA hat die EBACE 2026 abgesagt!

Weniger als zwei Monate vor dem geplanten Messebeginn hat die European Business Aviation Association (EBAA) die Reißleine gezogen und die EBACE in Genf abgesagt. Der Schritt ist mutig, aber konsequent, wenn man die Entwicklung der Veranstaltung betrachtet.

10.04.2026

Die EBACE sollte 2026 am Flughafen Genf einen neuen Standort für das Static Display aufweisen. Auf dem Gelände stehen sonst dauergeparkte Flugzeuge wie beispielsweise ein Airbus A320 der Aeroflot. © EBAA

Es ist ein Erdbeben in der europäischen Business Aviation: Die EBAA (European Business Aviation Association) hat die für Juni  (2. bis 6. Juni 2026) geplante Geschäftsluftfahrtmesse EBACE in Genf abgesagt!

Impressionen aus besseren Jahren

Der Verband teilte jetzt mit: „In den letzten Jahren hat die EBAA gezielte Schritte unternommen, um die EBACE an die Markterwartungen und das direkte Feedback der Branche anzupassen. Die Ausgabe 2025 markierte die erste sichtbare Phase dieser Bemühungen mit einem verstärkten Fokus auf den B2B-Wert der Veranstaltung, einer stärkeren Betonung der Networking-Möglichkeiten, der Einführung eigener Networking-Zonen, einem überarbeiteten Markenauftritt und einem klareren Fokus auf die Wertschöpfung für Aussteller und Teilnehmer.

Diese Änderungen spiegelten nicht nur das Engagement der EBAA für die Messe wider, sondern auch die Erkenntnis, dass sich das Umfeld verändert hatte. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Marktdynamiken weiter, die Teilnahmemodelle veränderten sich und die Veranstaltungslandschaft wurde wettbewerbsintensiver. Auch die Erwartungen von Ausstellern, Teilnehmern und Partnern änderten sich, sodass die Veranstaltung ihr Format, ihr Wertversprechen und ihre Positionierung anpassen musste.

Für die Ausgabe 2026 führte die EBAA eine Reihe weiterer Änderungen ein, um auf diese Entwicklungen zu reagieren und die Veranstaltung zu erneuern. Dazu gehörten die geplante Rückkehr des Static Displays in einem neu gestalteten Format, ein stärkerer Fokus auf die Betreiber, neue Networking-Möglichkeiten, darunter eine Operator Lounge, und eine Kostenstruktur, die besser den Erwartungen von Ausstellern und Teilnehmern entspricht. Trotz unserer Bemühungen hat sich gezeigt, dass das Format der EBACE26 nicht die nötige Dynamik erzeugen konnte, um eine erfolgreiche Veranstaltung durchzuführen.“

Die EBACE fand 2001 erstmalig statt

Die EBACE fand 2001 erstmalig statt und entwickelte sich in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens dynamisch und erfolgreich. Allerdings gab es von Seiten der Aussteller und der Besucher immer Kritik an den sehr hohen Kosten des Messestandortes Genf.

Nach der Coronakrise – die für die Business Aviation einen unerwarteten Aufschwung brachte – konnte die EBACE aber nicht an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen. Die Zahl der Aussteller und der Besucher sank kontinuierlich und 2025 musste die EBAA als Veranstalter sogar das Static Display streichen. Der Verband hatte danach angekündigt, die Messe alternierend in einem Jahr in Genf und in einem Jahr in einem anderen europäischen Ort stattfinden zu lassen. Doch das reichte wohl nicht, um die Aussteller zu überzeugen. Die EBAA hat mit der Absage der Messe nun einen mutigen Schritt gewagt, der ihr einen notwendigen Neuanfang ermöglicht.

Volker K. Thomalla

 

Keine News mehr verpassen: Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Folgen Sie uns auf Bluesky

Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

EBACE setzt auf neues Static Display, um wieder an Höhe zu gewinnen

Die EBACE wechselt ab 2027 den Standort

EBACE 2025: Totgeglaubte leben länger

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.