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Die zweite Dassault Falcon 6X ist geflogen

Die Flugerprobung des neuen, zweistrahligen Langstrecken-Business-Jets Dassault Falcon 6X nimmt Fahrt auf. Das zweite Exemplar des neuen Musters ist nun in Bordeaux-Mérignac zu seinem ersten Flug gestartet. Noch im Sommer wird die dritte Falcon 6X fliegen und bereits über eine vollständig ausgerüstete Kabine verfügen.

5.05.2021

Bei seinem ersten Flug blieb der zweite Prototyp der Falcon 6X am 4. Mai 2021 zwei Stunden in der Luft. © Dassault Aviation/R. Michelin

Gestern ist der zweite Prototyp des neuen Langstrecken-Business-Jets Falcon 6X von Dassault Aviation vom südwestfranzösischen Flughafen Bordeaux-Mérignac zum ersten Mal geflogen. Der von zwei PW812D-Turbofans angetriebene Jet war zwei Stunden in der Luft, bevor er wie geplant zum Startflugplatz zurückkehrte. Beim Erstflug ließ die Crew den Jet auf Flugfläche 400 steigen und beschleunigte das Flugzeug auf eine Geschwindigkeit von Mach 0.85.

Die beiden Piloten des ersten Fluges des zweiten Prototyps der Falcon 6X im Cockpit. © Dassault Aviation/O. Louboutin

Der erste Prototyp der Falcon 6X war am 10. März dieses Jahres zu seinem Erstflug gestartet. Er war seitdem regelmäßig in der Luft. Eric Trappier, der Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Dassault Aviation sagte: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Fortschritt des Falcon 6X-Testprogramms und bleiben zuversichtlich, das angestrebte Zulassungsdatum 2022 zu erreichen. Wir haben nun zwei Flugzeuge in der Luft. Beide verhalten sich wie vorgesehen und zeigen schon in dieser Phase des Programms eine hohe Reife ihrer Systeme. Mehrere unserer Testpiloten haben die Falcon 6X geflogen. Sie sind alle extrem zufrieden mit den Flugleistungen und den Handling-Eigenschaften.“

Nummer 3 soll im Sommer fliegen

Im Sommer soll die Falcon 6X Nummer 3 die Testflotte erweitern. Sie wird bereits über eine komplette Innenausrüstung der Kabine verfügen und wird vor allem als Testplattform für das Interieur, die Bordunterhaltungssysteme und die Kommunikationssysteme inklusive der Ka-Band-Internet-Satellitenverbindung dienen.

Die vierte Falcon 6X wird nach Angaben des Herstellers in einer Konfiguration gebaut, die der eines typischen Kundenflugzeugs entspricht. Mit diesem Exemplar wird Dassault Aviation eine weltweite Demo-Tour fliegen, um potenziellen Kunden die Vorzüge des neuen Jets vorzuführen.

Die Endmontage der Falcon 6X findet im Lindbergh-Hangar am Flughafen Bordeaux-Mérignac statt. © Dassault Aviation/A. Daste

Die Konstrukteure haben die Falcon 6X für eine Reichweite von 5.500 nautischen Meilen (10.186 Kilometer) ausgelegt. Der mit einer digitalen Fly-by-Wire-Flugsteuerung DFCS (Digital Flight Control System) ausgerüstete Zweistrahler soll eine maximale Geschwindigkeit von Mach 0.90 erreichen. Die Spannweite der 6X beträgt 25,94 Meter, die Länge 25,68 Meter und die Höhe 7,47 Meter. Die Betriebsleermasse der 6X liegt bei 20.830 Kilogramm, als maximale Startmasse gibt der Hersteller 35.135 Kilogramm an, die maximale Landemasse beträgt 30.025 Kilogramm. Trotzdem wird die Falcon 6X in der Lage sein, auf Plätzen mit Steilanflügen oder kurzen Pisten zu landen beziehungsweise zu starten. Dassault strebt auch für die Falcon 6X die Zulassung für den anspruchsvollen London City Airport an. Die 12,30 Meter lange und 2,58 Meter breite Kabine bietet Platz für eine Bestuhlung mit maximal 19 Passagiersesseln.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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