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Embraer hat eine erste Legacy 450 in eine Praetor 500 umgebaut

Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer Executive Jets hat einen Umrüstsatz entwickelt, der einen Midsize-Jet des Typs Legacy 450 in sein Nachfolgemodell Praetor 500 umwandelt. Nun hat die Maintenance-Organisation die erste Legacy 450 modifiziert, was dem Nutzer unter anderem 400 nautische Meilen mehr Reichweite bietet.

28.06.2020

Embraer Services & Support hat eine erste Legacy 450 in eine leistungsfähigere Praetor 500 umgebaut. © Embraer

Als der brasilianische Flugzeughersteller Embraer im Oktober 2018 die beiden Business Jets Praetor 500 und Praetor 600 vorstellte, waren nicht alle Kunden glücklich darüber. Die Kunden, die zuvor eine Legacy 450 oder eine Legacy 500 bestellt hatten, würden bei der Auslieferung ein Flugzeug erhalten, dessen leistungsfähigeres Nachfolgemodell schon aus den Startblöcken gestartet war. Beide, die Praetor 500 und die Praetor 600, beruhen konstruktiv auf der Legacy 450 und 500, wurden aber modifiziert und technologisch weiterentwickelt.

Embraer hat am 14. Oktober 2018 mit der Praetor 500 und Praetor 600 gleich zwei neue Business Jets präsentiert. © V. K. Thomalla

Der Hersteller konnte diese Kunden aber beruhigen, indem er ihnen versicherte, dass es ein Modifikationsset geben würde, das aus einer Legacy 450 oder Legacy 500 eine Praetor 500 beziehungsweise eine Praetor 600 machen würde.

Im August 2019 überreichten Vertreter der brasilianischen Luftfahrtbehörde ANAC (Agência Nacional de Aviação Civil) dem Hersteller die Zulassungsurkunde für die Praetor 500, im Dezember folgte die Erstauslieferung an den Großkunden Flexjet.

Kein banaler Eingriff in das Flugzeug

Nun hat die Maintenance-Tochter des Herstellers, Embraer Services & Support, an ihrem Standort am Bradley International Airport in Windsor Locks im US-Bundesstaat Connecticut die erste Legacy 450 in eine Praetor 500 umgebaut. Dies ist kein banaler Eingriff in die Flugzeugstruktur und -systeme. Embraer beschreibt den Umbau wie folgt: „Um die beeindruckenden Reichweitenverbesserungen der Praetor 500 zu erzielen, wurden die Mengensensoren in den Treibstofftanks ersetzt, die Anschlüsse für die Schwerkraft-Betankung auf den Tragflächen versetzt, das Treibstoffmesssystem verlegt und die Flügelrippen verstärkt, um das zusätzliche Gewicht aufzunehmen. Diese Anpassungen beinhalteten auch eine Aktualisierung der Software des Flugsteuerungssystems, einschließlich eines Updates der Avionik in Form des ausgezeichneten Collins Aerospace Pro Line Fusion-Paketes. Am auffälligsten ist die Montage der geschwungenen Winglets der Praetor. Natürlich wurden auch alle  Logos und Beschriftungen ersetzt, um aus der Legacy 450 offiziell eine Prätor 500 zu machen. Dieser Umbau wurde durch das Fachwissen von Struktur- und Avionikspezialisten, Mechanikern, Logistikteams und Ingenieuren von Embraer-Betrieben aus aller Welt ermöglicht.“

Mit vier Passagieren an Bord erreicht die Praetor 500 eine Reichweite mit NBAA-IFR-Reserven von 3.340 nautischen Meilen (6.158 Kilometer), das sind 400 nautische Meilen mehr als die Legacy 450. Neben dem werkseigenen Embraer Service Center in Windsor Locks sind derzeit auch die Service Center in Fort Lauderdale, Florida, Sorocaba, Brasilien, und in Le Bourget in Frankreich für die Umbauten der Legacys in Praetor zugelassen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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