Homepage » Business Aviation » Emotional und professionell: Special Olympics Airlift

Am Samstag fand wieder anlässlich der US Special Olympics die größte zivile Luftbrücke der Welt statt. Firmen und Flugzeugeigner stellten ihre Geschäftsreiseflugzeug kostenfrei zur Verfügung, um Athleten und ihre Betreuer im Rahmen des Citation Special Olympics Airlift zu den Wettbewerben nach Orlando in Florida zu fliegen.

7.06.2022

Der Eigner dieser Cessna Citation XLS+ hat schon vier Mal am Special Olympics Airlift teilgenommen und zeigt es mit den vier Medaillen neben der Eingangstor. © Textron Aviation

Die Special Olympics sind Sportwettbewerbe für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung, die auf nationaler und internationaler Ebene stattfinden. Die Special Olympics-Bewegung entstand in den USA. Dort finden alle zwei Jahre im Wechsel Special Olympics als Sommer- und als Winterspiele statt.

Textron Aviation organisiert in diesem Jahr schon zum achten Mal einen Special Olympics Airlift, um die Athleten aus den einzelnen US-Bundesstaaten zum Austragungsort zu fliegen. Flugzeugeigner und Betreiber stellen am An- und Abreisetag ihre Flugzeuge und die Crews aus den Cessna-Citation-, Beechcraft- und Hawker-Familien für den Transport der Sportlerinnen und Sportler kostenfrei zur Verfügung. Textron Aviation stellt die gesamte Logistik und die Planung, damit die Ankünfte und Abflüge wie an der Perlenschnur auch klappen.

Special Olympics Airlift 2022

In diesem Jahr ist Orlando im US-Bundesstaat Florida der Austragungsort der US Special Olympics mit über 800 Athleten. Am 4. Juni war der Anreisetag. Auf dem Orlando Executive Airport landeten die Citations, Hawker und King Airs im Abstand von zwei Minuten, um nach einem vorab minutiös geplanten Zeitplan zu einer Vorfeldposition geleitet zu werden. Dort wurden die Athleten von einem Empfangskomitee begrüßt, während ihr Gepäck von freiwilligen Helfer entladen wurde. Die Planung der größten zivilen Luftbrücke ist eine Meisterleistung, denn alles richtet sich nach den abgestimmten Ankunftszeiten, egal, von wo aus den Vereinigten Staaten die Flugzeuge auch ankommen. Die Flugzeuge des Special Olympics Airlift brachten Teilnehmer aus 28 US-Bundesstaaten nach Florida.

Für viele Sportlerinnen und Sportler war dieser Flug der erste Flug in einem Geschäftsreiseflugzeug. Kaum hatte ein Jet die Vorfeldposition verlassen, rückte die nächste schon nach. Die Betankung für den Rückflug – falls erforderlich – erfolgte gesondert. Jedes teilnehmende Flugzeug flog unter dem Funkrufzeichen „Dove“ (Taube).

Alle Teilnehmer tragen das Funkrufzeichen Dove

Das Funkrufzeichen „Dove 1“ trug in diesem Jahr eine Citation von Coca-Cola Consolidated. Der Getränkegigant stellt schon seit Jahren ein Flugzeug für den Special Olympics Airlift zur Verfügung und ist auch einer der Großsponsoren des Events. Insgesamt waren über 120 Doves an diesem Tag im Einsatz für die gute Sache. Für den 13. Juni ist der Rückflug geplant, für den wieder über 100 Flugzeuge kostenfrei für die Athleten und ihre Begleiter im Einsatz sind.

Jede Firma, die sich bei der Luftbrücke beteiligt, bekommt einen Aufkleber in Form einer Medaille, die nicht selten neben die Eingangstüren der Flugzeuge geklebt werden. Der Special Olympics Airlift ist nicht nur eine großzügige Geste, sondern auch ein emotionales Erlebnis für alle Beteiligten. Bei dieser Veranstaltung gibt es nur Gewinner.

Die Begeisterung der Athleten überträgt sich auf die Beteiligten, sei es Piloten, freiwillige Helfer oder professionelle Unterstützer. Zum Begrüßungskomitee gehörte in diesem Jahr auch der berühmte US-Footballspieler Peyton Manning, der eine Legende in seiner Sportart war. Er dient als Ehrenvorsitzender des Citation Special Olympics Airlift.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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