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Gulfstream hat mit der G400 und G800 gleich zwei neue Jets gelauncht

Gulfstream Aerospace hat zwei neue Business Jets auf den Weg gebracht: Mit der G400 und der G800 setzt der Hersteller die Erneuerung seines Produktportfolios fort. Die G800 soll schon 2023 zugelassen werden und die größte Reichweite aufweisen, die jemals ein Business Jet seinen Nutzern bieten konnte.

5.10.2021

Gulfstream hat die G400 und die G800 am 4. Oktober 2021 in Savannah offiziell gelauncht. © Gulfstream Aerospace

Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia hat es erneut getan: Der Hersteller hat gleich zwei neue Business Jets an einem Tag der Öffentlichkeit vorgestellt. Bereits die beiden Geschäftsreisejets G500 und die G600 hatte das Unternehmen als Doppelprogramm in Angriff genommen und im Oktober 2014 gemeinsam offiziell gelauncht.

Gestern Abend um 20.00 Uhr Ortszeit in Savannah präsentierte Mark Burns, der Präsident von Gulfstream Aerospace, die beiden neuen Flugzeugmuster. Während den Zuschauern die G400 als virtuelles Modell vorgestellt wurde, konnten sie die größere G800 als echtes Flugzeug erleben. Die erste G400 soll 2025 ausgeliefert werden. Sie wird ihren Nutzern bei einer Langstrecken-Reisegeschwindigkeit von Mach 0.85 eine Reichweite von 4.200 nautischen Meilen (7.778 Kilometer) bieten und kann bis zu zwölf Passagiere in ihrer Kabine aufnehmen. Angetrieben von zwei PW812GA-Turbofans von Pratt & Whitney soll sie deutlich weniger Treibstoff verbrauchen als vergleichbare Jets der heutigen Generation und deutlich weniger Emissionen entwickeln. Im Cockpit der 400 werden die Crews das Symmetry Flight Deck mit Active Sidesticks und mit zehn Touchscreen-Displays vorfinden, das auch in den Gulfstream G500, G600 und G700 zu finden ist. Das PLPS (Predictive Landing Performance System) steht auch den G400-Crews zur Verfügung. Es errechnet anhand der aktuellen Flugzeug- und Runwaydaten auf den Meter genau, wo der Jet zum Stehen kommt und zeigt das Ergebnis als Balken auf dem Bildschirm an.

Zwei PW812GA von Pratt & Whitney treiben die G400 an. © Pratt & Whitney

Bei der Vorstellung in Savannah schob ein Roboter die G800, das neue Flaggschiff des Herstellers, in das Zentrum der Veranstaltung. Mark Burns sagte: „Unser Bestreben nach dem Besten ruht nie. Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Gulfstream in der Geschäftsluftfahrtindustrie führend, weil wir uns der kontinuierlichen Verbesserung verschrieben haben und immer wieder neue Standards für Sicherheit, Leistung, Innovation und Komfort setzen. Der heutige Tag ist mit der Vorstellung der G800, unserem schnellsten Flugzeug mit der größten Reichweite und der G400, dem ersten neuen Large Cabin Aircraft seit über einem Jahrzehnt ein wichtiger Meilenstein und eine Investition in die Zukunft unseres Unternehmens.“

Zulassung der G800 bereits 2023

Gulfstream will die G800 bereits 2023 zulassen und mit den Auslieferungen beginnen. Angetrieben von zwei Pearl 700 Turbofans von Rolls-Royce erreicht das neue Muster eine Reichweite von 8.000 nautischen Meilen (14.816 Kilometer) bei einer Geschwindigkeit von Mach 0.85 und 7.000 nautische Meilen (12.964 Kilometer) bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.90. Die Pearl 700-Triebwerke von Rolls-Royce aus Dahlewitz treiben auch das bisherige Gulfstream-Flaggschiff, die G700, an.

In der Kabine können die Kunden bis zu vier Zonen einrüsten lassen, in denen insgesamt bis zu 19 Passagiere Platz finden. 16 große, Gulfstream-typische Kabinenfenster lassen viel natürliches Licht in die Kabine, was das Wohlbefinden der Insassen unterstützt.

Die G800 verfügt über die größte Reichweite, die bisher ein Business Jet aufweisen kann, aber mit einer Länge von 33,48 Metern ist der Jet rund 3,08 Meter kürzer als die G700 des Herstellers. Auch die Kabine der G800 ist mit 14,27 Metern (ohne Gepäckraum) 3,08 Meter kürzer als der Passagierraum der G700.

Wie die G400 wird auch die G800 mit dem Symmetry Flight Deck mit Active Sidesticks und zehn Touchscreen Displays ausgerüstet. Zwei Head-up-Displays (HUD), die in der Lage sind, das Combined Vision System (CVS) darzustellen, gehören bei der G800 zur Serienausrüstung. Das CVS legt die Bilder des Enhanced Flight Vision Systems (EFVS) sowie des Synthetic Vision Systems (SVS) übereinander, so das die Crew auch bei Nacht und Nebel das vor ihr liegende Gelände fast wie bei Tageslicht wahrnehmen kann. Beim EFVS stammt das Bild von einer Infrarotkamera unterhalb der Cockpitfenster, beim SVS erzeugt der Computer anhand der weltweiten Geländedatenbank an Bord des Flugzeugs und der aktuellen Position ein virtuelles, digitales Abbild der Umgebung.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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