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Pilatus Aircraft hat die ersten PC-12 NGX an Kunden übergeben

Nur sieben Monate nach der Vorstellung der dritten Generation der erfolgreichen Turboprop-Einmot PC-12 NGX auf der Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE in Las Vegas hat der Schweizer Flugzeughersteller Pilatus Aircraft die ersten beiden Exemplare des neuen Musters an Kunden ausgeliefert.

27.05.2020

Die ersten beiden PC-12 NGX sind an Kunden in den USA und in Deutschland gegangen. © Pilatus Aircraft

Die Vorstellung der dritten Generation der Pilatus PC-12, der PC-12 NGX, auf der NBAA-BACE in Las Vegas im Oktober des vergangenen Jahres war eine Überraschung. Nur wenige wussten, dass der Hersteller schon ein zugelassenes Flugzeug auf der Messe präsentieren würde.

Nun sind die ersten beiden Exemplare der PC-12 NGX in Kundenhand. Das erste Exemplar ging an Dion Weisler in den USA. Er hatte als erster Kunde nach der Öffnung des Bestellbuchs im Oktober seine Unterschrift unter einen Kaufvertrag für eine PC-12 NGX gesetzt. Weisler war bis November 2019 Hauptgeschäftsführer (CEO) der HP Inc. und lebt in Kalifornien.

Pilatus PC-12 NGX

Weisler kennt die PC-12 NG als Pilot, da er die Turboprop-Single bereits seit mehreren Jahren selbst fliegt. Er sagte nach dem Flug in seiner neuen Errungenschaft: „Ich habe meine NG wirklich geliebt, aber die NGX hebt die PC-12 auf ein völlig neues Niveau. Es ist für jeden etwas dabei: Die Passagiere genießen eine moderne, neue Kabine, und das Auto-Throttle-System sowie das elektronische Motorsteuerungssystem sind der Traum eines jeden Piloten.“

Die erste NGX in Europa fliegt in Deutschland

Die erste PC-12 NGX in Europa fliegt Dr. Ulrich Byszio aus Frankfurt. Er stieg von einem Light Jet um und sagte nach der Übernahme: „Die PC-12 NGX ist das perfekte Flugzeug für meine Reisen in Europa. Die Kombination aus Geschwindigkeit, Treibstoffeffizienz, Komfort und Sicherheit macht sie ideal – sowohl für Unternehmen wie auch für Eigentümerpiloten wie mich. Sie bietet ein unglaubliches Maß an Vielseitigkeit, das von keinem anderen Flugzeug dieser Klasse erreicht werden kann.“

Pilatus Aircraft hatte die neueste Generation seiner Single im Verborgenen entwickelt und gebaut. Nur eine Woche vor der ersten öffentlichen Präsentation in Las Vegas hatte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) das Muster zugelassen. Pilatus hatte sich im Vorfeld Input bei den bestehenden Kunden geholt, um zu erfahren, welche Eigenschaften die neueste PC-12-Generation aufweisen solle.

Die Änderungen sind weitgehend und nicht banal. Äußerlich unterscheidet sich die PC-12 NGX vor allem durch ihre rechteckigen und zehn Prozent größeren Fenster – die von der PC-24 inspiriert wurden – von ihrer Vorgängerin, die noch über runde Fenster verfügte. Das Herzstück der PC-12 NGX ist aber das neue PT6E-67XP-Turboprop-Triebwerk von Pratt & Whitney Canada. Es verfügt über ein elektronisches Propeller- und Motorsteuerungssystem – eine Weltneuheit in diesem Marktsegment. Der neue „Propeller Low Speed“-Modus führt zusätzlich zu einer deutlichen Reduzierung des Geräuschniveaus in der Kabine, was wiederum zu mehr Passagierkomfort führt. Das neue Turboprop-Triebwerk erhöht die maximale Reisegeschwindigkeit der PC-12 NGX auf 290 Knoten TAS (537 km/h).

Die PT6E-67XP sowie der Propeller der neusten PC-12-Version steuert ein digitales, integriertes Zweikanal-Propeller- und Triebwerkssteuerungsystem, das das Triebwerk innerhalb der Limits hält. Das System überwacht kontinuierlich 100 Triebwerksparameter und speichert sie. Nach einer Landung übermittelt das System die Daten automatisch drahtlos, damit mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden können. Die TBO des Triebwerks liegt bei 5.000 Betriebsstunden und damit 1.000 Stunden höher als beim Vorgänger.

Als Basispreis des neuen Flugzeugs ruft Pilatus 4,39 Millionen US-Dollar (3,951 Millionen Euro) auf, die Executive-Konfiguration ist ab 5,369 Millionen US-Dollar (4,831 Millionen Euro) verfügbar.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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