Homepage » Business Aviation » Pilatus Aircraft hat die PC-24 überarbeitet

Pilatus hatte im Januar dieses Jahres das 100. Exemplar seine Super Versatile Jets ausgeliefert. Aufgrund der Rückmeldungen von Kunden hat der Hersteller nun einige Details seines Geschäftsreisejets überarbeitet.

7.07.2021

Die neuen Features der PC-24 sind auch für bereits gebaute Flugzeuge nachrüstbar. © Pilatus Aircraft

Eine kontinuierliche Verbesserung ist eines der Erfolgsrezepte für eine lange Produktion eines Produkts. Diese Binsenwahrheit gilt auch für hochwertige Produkte wie beispielsweise Geschäftsreiseflugzeuge. Der Schweizer Flugzeughersteller hat nun mehrere neue Features seines Business Jets PC-24 vorgestellt, die ab sofort für Neuflugzeuge verfügbar sind.

Pilatus hat die neuen Produkteigenschaften nach Rückmeldungen von Kunden entwickelt und in das Flugzeug integriert. Doch bestehende Käufer müssen nicht neidisch auf die neuen Flugzeuge blicken, sie können viele dieser Features im Rahmen von Nachrüstungen in ihre Jets integrieren lassen.

Im Cockpit ersetzt ein Touchscreen-Controller den bisherigen Multifunktions-Controller und erleichtert damit die Dateneingabe durch die Crew.

Die Avionik der PC-24 wurde mit neuen Features erweitert. © Pilatus Aircraft

Auch an der Flugsteuerung hat Pilatus gearbeitet. Der Hersteller teilt mit: „Das Flugzeugsteuerungssystem verfügt neu über ‚Taktiles Feedback‘ sowohl für Roll- als auch Nickbewegungen, um ungewöhnliche Fluglagen sofort zu erkennen. Sofern der PC-24 über 51 Grad Querneigung rollt, wird das Flugzeug automatisch wieder auf 31 Grad Querneigung manövriert. Sobald das Flugzeug die ‚Vmo/Mmo‘ Grenzen überschreitet, wird der Pitch-Servo aktiviert, um die Höchstgeschwindigkeit nicht zu überschreiten. Die automatische Schubregelung, das sogenannte Auto-Throttle- System, beinhaltet neu auch einen Schutz zur Vermeidung der Überschreitung der Höchst- oder Mindestgeschwindigkeit. Der Super Versatile Jet wird so vollautomatisch in allen Flugphasen immer im vorgesehenen Geschwindigkeitsbereich gehalten. Die elektronische Steuerung – das FADEC – der Williams FJ44-4A-Turbinen gleicht zudem feinste Leistungsschwankungen während des Fluges aus. Die automatische Gier-Trimmfunktion reduziert die Arbeitsbelastung der Crew während der Takeoff- und Steigphase. Dieser Autopilot-Modus hält das Flugzeug ohne manuelle Eingabe auch bei Schub-Asymmetrie stets in optimaler Position.“

Pilot-defined visual approach

Neu ist auch eine Funktion, der so genannte „Pilot-defined visual approach“. In diesem Modus können die Piloten einen Sichtanflug einrichten, der mit dem Autopilot und Auto-Throttle gekoppelt ist und den Sinkflug optimiert. Besonders bei Anflügen auf kurze Pisten ist diese Funktion hilfreich und entlastet die Crew.

Weitere Neuerungen bei der Avionik sind ACARS Graphical Weather, Basic & Advanced Satellite Graphical Weather (S-XM), FMS Take-Off & Landing Data (TOLD), Controller to Pilot Data Link Communication (CPDLC/FANS 1 /A+), KMA-29A Bluetooth 3D Audio Panel sowie das Honeywell RDR-7000 Wetterradar. Außerdem können Kunden auf Wunsch die PC-24 auch mit Lithium-Ionen-Batterien von True Blue Power ausrüsten lassen. Diese Energiespeicher sind 38 Kilogramm leichter als die Standard-Nickel-Cadmium-Batterien und sind wartungsärmer.

Auch in der Kabine hat der Hersteller Neuerungen eingeführt: Neue, leichtere Executive-Sitze, die sich in eine vollständig flache Liegeposition bringen lassen ersetzen die bisher installierten Sitze. Dank der Schnellverschlüsse, mit denen sie am Boden befestigt sind, lassen sie sich aber nach Bedarf schnell ein- und ausbauen, um das Flugzeug für die jeweilige Mission optimal zu konfigurieren.

Anstelle der Garderobe im vorderen Bereich der Kabine bietet der Hersteller nun auch eine Küche mit Mikrowelle, Kaffee- oder Espressomaschine oder sogar einem Eisschrank an.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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