Homepage » Business Aviation » Textron Aviation hat die King Air 360/360ER gelauncht

Beechcraft hat das Flaggschiff der King-Air-Familie überarbeitet und mit neuen Systemen ausgerüstet, die eine neue Bezeichnung des Musters rechtfertigen. Die Beechcraft King Air 360 und 360ER bieten den Passagieren einen komfortableren Flug und reduzieren die Arbeitsbelastung der Cokcpitcrew.

6.08.2020

Die Beechcraft King Air 360/360ER ist das neue Flaggschiff der King Air Familie. Das erste Exemplar soll im Herbst 2020 an einen Kunden übergeben werden. © Textron Aviation

Der König ist tot, lang lebe der König! Diese Heroldsformel des französischen Hofes gilt auch in der Geschäftsluftfahrt, und dort besonders bei der Familie der Tubroprop-Geschäftsreiseflugzeuge des Typs Beechcraft King Air. Anläufe, die King Air durch ein Nachfolgemuster zu ersetzen, hat es in der Vergangenheit bereits mehrere gegeben, keiner dieser Anläufe war jedoch von Erfolg gekrönt. Der beste Nachfolger einer King Air ist – so scheint es – eben eine Beechcraft King Air, selbst nach mittlerweile fast 7.600 gebauten Exemplaren in 56 Jahren Produktionszeit.

Die beiden neuen King Air-Versionen heißen Beechcraft King Air 360 und King Air 360ER (das ER steht für Extended Range, also vergrößerte Reichweite). Wie die Ziffern in der Bezeichnung schon verraten, sollen die beiden neuen Versionen die neuen Flaggschiffe der Familie werden und die bisherigen Top-Modelle King Air 350 und King Air 350ER ablösen.

Die Beechcraft King Air 360/360ER erhält das Avionikpaket Pro Line Fusion von Collins Aerospace sowie eine Auto-Throttle-Funktion von Innovative Solutions & Support (IS&S) © Textron Aviation

Äußerlich unverändert, sind die Neuerungen der King Air 360/360ER vor allem im Inneren des Flugzeugs zu finden. Um die Arbeitsbelastung der Piloten zu verringern, haben die Ingenieure des Hersteller aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas das Auto-Throttle-System ThrustSense der Firma Innovative Solutions & Support (IS&S) in das Cockpit der zweimotorigen Turboprops integriert. Es ist in der Lage, automatisch die für die jeweilige Flugphase erforderliche Triebwerksleistung und Propellerstellung einzustellen, selbst bei einem Go-around.

Pro Line Fusion Cockpit

Avionikseitig bleibt das Cockpit weiterhin mit dem Pro Line Fusion von Collins Aerospace bestückt. In das Glascockpit integriert wurde allerdings ein digitales Kabinendruck-Steuersystem, das den Kabinendruck entsprechend der Flugphase und der Flughöhe steuert. Bei der King Air 360/360ER hat Textron Aviation den Kabinendruck erhöht, um den Insassen den Flug noch komfortabler zu gestalten. Je höher der Kabinendruck ist, umso weniger ermüdend empfinden Passagiere einen Flug. Bei der King Air 360/360ER entspricht die Kabinendruckhöhe in Reiseflughöhe von 27.000 Fuß bei nur 5.960 Fuß – das sind rund 10 Prozent weniger als in der King Air 350i, so Textron Aviation.

Der Kabinendruck der neuen King Air 360/360ER bleibt selbst bei einer Reiseflughöhe von 27.000 Fuß auf maximal 5.960 Fuß und ist damit angenehmer für die Insassen. © Textron Aviation

Ron Draper, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Textron Aviation, sagte: „Die Beechcraft King Air 360 baut auf der jahrzehntelangen bekannten Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit der King Air-Familie auf, und dieses Upgrade hebt sie mit ihren überlegenen Eigenschaften und technischen Fortschritten, die ein verbessertes Flugerlebnis für Passagiere und Besatzung gleichermaßen ermöglichen, noch weiter nach oben. Das Flugzeug ist das Ergebnis unserer umfangreichen Gespräche mit unseren Turboprop-Kunden weltweit. Wir steigern unsere Innovationskraft kontinuierlich, um unseren Kunden zu helfen, ihre vielfältigen Missionen mit mehr Komfort, Technologie und Leichtigkeit zu erfüllen.“

Die ersten Flugzeuge der neuen Version stehen bereits in Wichita in der Produktion. Textron Aviation will die ersten Exemplare schon in diesem Herbst an die Launching Customer übergeben.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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