Homepage » Business Aviation » Textron hat die erste King Air 360 an einen Kunden übergeben

Die erste Beechcraft King Air 360 wurde nun bei Textron Aviation in Wichita an den Kunden übergeben. Mit dieser neuesten Version der zweimotorigen Turboprop hat der Hersteller den Grundstein gelegt, damit die bereits legendäre Flugzeugfamilie auch noch weitere Jahrzehnte ihren Markt findet.

14.11.2020

Die erste Beechcraft King Air 360 wurde im November 2020 an einen Kunden ausgeliefert. © Textron Aviation/Paul Bowen

Textron Aviation hatte erst im August dieses Jahres die neueste Version der zweimotorigen Turboprop-Familie Beechcraft King Air, die King Air 360 offiziell gelauncht. Genau drei Monate später lieferte der Hersteller aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas das erste Exemplar seines neuen Turboprop-Flaggschiffs an einen Kunden aus.

Erstkunde und Erstbetreiber der King Air 350 ist das Familienunternehmen Stamoules Produce Company aus Mendota in Kalifornien. Für die 1927 gegründete Firma, die Früchte und Nüsse im San Joaquin Valley produziert, ist es das erste eigene Flugzeug. Katie Stefanopoulos ist Mitglied der Familie, der die Stamoules Produce Company gehört. Sie wird das neue Flugzeug fliegen. Sie sagte: „Wir sind stolz darauf, der Erstkunde für die neue Beechcraft King Air 360 zu sein. Bei der Auswahl unseres ersten Flugzeugs haben wir nach einem Produkt gesucht, das uns nicht nur die Leistung und Flexibilität bietet, die wir für das Wachstum unseres Unternehmens benötigen, sondern auch von einem Unternehmen mit einem vertrauenswürdigen Namen und Fachwissen – und das haben wir in Form der King Air 360 und Textron Aviation gefunden. Wir waren begeistert, von den Modernisierungen und den neuen Funktionen eines bereits außergewöhnlichen Flugzeugs zu erfahren, und ich freue mich noch mehr darauf, es zu fliegen.“

Die Stamoules Produce Company aus Kalifornien hat als weltweit erster Kunde eine Beechcraft King Air 360 übernommen. © Textron Aviation

Äußerlich unverändert, sind die Neuerungen der King Air 360/360ER im Vergleich zur Beechcraft King Air 350/350ER vor allem im Inneren des Flugzeugs zu finden. Um die Arbeitsbelastung der Piloten zu verringern, haben die Ingenieure des Herstellers das Auto-Throttle-System ThrustSense der Firma Innovative Solutions & Support (IS&S) in das Cockpit der zweimotorigen Turboprops integriert. Es ist in der Lage, automatisch die für die jeweilige Flugphase erforderliche Triebwerksleistung und Propellerstellung einzustellen, selbst bei einem Go-around.

Pro Line Fusion Cockpit

Avionikseitig bleibt das Cockpit weiterhin mit dem Pro Line Fusion von Collins Aerospace bestückt. In das Glascockpit integriert wurde allerdings ein digitales Kabinendruck-Steuersystem, das den Kabinendruck entsprechend der Flugphase und der Flughöhe steuert. Bei der King Air 360/360ER hat Textron Aviation den Kabinendruck erhöht, um den Insassen den Flug noch komfortabler zu gestalten. Je höher der Kabinendruck ist, umso weniger ermüdend empfinden Passagiere einen Flug. Bei der King Air 360/360ER entspricht die Kabinendruckhöhe in Reiseflughöhe von 27.000 Fuß bei nur 5.960 Fuß – das sind rund 10 Prozent weniger als in der King Air 350i, so Textron Aviation.

Die Beechcraft King Air-Familie ist ein wahrer Dauerläufer im Portfolio des Unternehmens. Seit 1964 hat der Hersteller annähernd 7.600 Exemplare ausgeliefert. Die weltweite Flotte hat nicht weniger als 62 Millionen Flugstunden produziert. Die King Air ist nicht nur als Geschäftsreiseflugzeuge weltweit im Einsatz, sondern fliegt auch Spezialmissionen für Behörden und das Militär.

Volker K. Thomalla

 

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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