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Nordrhein-Westfalen fördert Beschaffung von zwei Elektroflugzeugen in Aachen

Was muss sich in der Flugausbildung durch den Einsatz von Elektroflugzeugen ändern? Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt der FH Aachen und der Flugschule Westflug Aachen nach. Für das Projekt fördert das Land Nordrhein-Westfalen die Beschaffung von zwei Pipistrel Velis Electro „Silent Air Trainer“.

16.06.2021

Für ein Projekt zur Erforschung der Pilotenausbildung mit Elektroflugzeugen hat das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen die Beschaffung von zwei Pipistrel Velis Electro gefördert. © Pipistrel

Das Verkehrsministerium von Nordrhein-Westfalen fördert für ein Projekt der Fachhochschule (FH) Aachen und der am Flugplatz Aachen-Merzbrück ansässigen Flugschule Westflug Aachen die Beschaffung von zwei Elektroflugzeugen des Typs Pipistrel Velis Electro sowie eines entsprechenden Simulators. Die Landesförderung beläuft sich auf 810.000 Euro.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums soll das Projekt „Next Generation Electric-Flight Training“ (NEFT) schon am 1. Juli 2021 starten. Das erste Flugzeug soll Anfang September in Aachen eintreffen, das zweite im Oktober/November dieses Jahres. Im Rahmen des Projekts soll erforscht werden, wie die Pilotenausbildung mit elektrisch angetriebenen Flugzeugen umgesetzt werden kann, welche Emissionen eingespart werden können und wie die Instandhaltung der Elektroflugzeuge in bestehende Wartungsprozesse integriert werden kann. In Aachen-Merzbrück würden mit NEFT die Grundlagen für eine neue Pilotinnen- und Pilotenausbildung erforscht, die Ergebnisse kämen allen Flugschulen zugute.

Next Generation Electric-Flight Training

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sagte: „Wir wollen, dass die Mobilität der Zukunft in Nordrhein-Westfalen nicht nur erforscht und entwickelt, sondern auch so früh wie möglich angewendet wird. Leiser und sauberer Flugverkehr ist gerade in unserem hochverdichteten Ballungsraum wichtig. Wir schaffen dafür beste Forschungs- und Testbedingungen und fördern das Projekt ‚Next Generation Electric-Flight Training‘ in Merzbrück.“

Walter Kampsmann, der Geschäftsführer der Westflug Aachen, sagte im Gespräch mit Aerobuzz.de, das Projekt passe ganz hervorragend auf den Forschungsflugplatz Aachen-Merzbrück und hervorragend in die Ausbildungsstrukturen der Westflug Aachen. Bei den Flugschülern, die in diesem Projekt eingebunden werden, handele es sich um normale Flugschüler der Flugschule und nicht um ausgesuchte Studienteilnehmer. Die Infrastruktur müsse nicht groß modifiziert werden, da die Flugzeuge in einer Halle geladen werden könnten. Allerdings sollen die beiden Flugzeuge zu Beginn des Projekts erst einmal nicht gleichzeitig in der Halle geladen werden. Auch solle zunächst kein Batterietausch vorgenommen werden, deshalb nutze man zwei Flugzeuge.

Bei der einmotorigen Velis Electro des slowenischen Herstellers Pipistrel handelt es sich um das weltweit erste von der EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) zugelassene Elektroflugzeug. Die EASA hat das Muster vor einem Jahr zertfiziert. Die doppelsitzige Velis Electro wurde auf Basis der Zelle der zweisitzigen Virus SW 121 in der CS-VLA-Kategorie entwickelt, deswegen lautet ihre interne Modellbezeichnung auch Virus SW 128 (Velis Electro). Sie verfügt über ein maximales Abfluggewicht von 600 Kilogramm und mit 10,50 Metern die gleiche Spannweite wie die SW 121. Der 100 PS (74 kW) starke Verbrennungsmotor Rotax 912S3 der Virus wurde durch einen 57,6 kW-Elektromotor des Typs Pipistrel E-811-268MVLC ersetzt, der eine Dauerleistung von 49,2 kW bei 2.350 Umdrehungen pro Minute erreicht.

Kampsmann sieht weitere Vorteile durch den Einsatz von Elektroflugzeugen bei der Flugausbildung: „Elektrisch angetriebene Flugzeuge sind lärm- und schadstoffarm sowie – je nach Stromversorgung – CO2-neutral. Das entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Flugplatz-Anrainerinnen und -Anrainer.“

Volker K. Thomalla

 

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