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APUS hat erste Aufträge für die Wasserstoff-Zweimot i-2 erhalten

Auf der AERO hat APUS ein Mock-up seiner von zwei Elektromotoren angetriebenen i-2 gezeigt, die über besondere Konstruktionsmerkmale verfügt. Neben ersten Aufträgen für das Flugzeug konnte der Hersteller auch bereits einen Vertriebspartner an Bord holen.

12.05.2022

APUS hat auf der AERO 2022 in Friedrichshafen die ersten Aufträge für seine Wasserstoff-Zweimot APUS i2 H2CELL entgegennehmen können. © V. K. Thomalla

Die APUS Group aus Strausberg bei Berlin hat auf der AERO in Friedrichshafen ein Mock-up ihres viersitzigen Wasserstoff-Flugzeugs i-2 vorgestellt und erste Aufträge entgegen genommen. Die Konstrukteure wollen bei der von zwei Elektromotoren mit je 135 kW Leistung angetriebenen i-2 ein Konzept umsetzen, bei dem die Wasserstoffspeicher in die Primärstruktur des Flugzeugs integriert sind. Auf der AERO stellte APUS einen Wasserstofftank aus, der als durchgehender Flügelholm dient. Von dem als Rohrholm ausgelegten Tank werden insgesamt vier in den Flächen der i-2 zu finden sein. Nach Angaben des Herstellers wiegt die gesamt Tankstruktur 240 Kilogramm.

Der Holm läuft unter dem Projektnamen HydroTube, dessen Entwicklung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wurde. In die Tanks passen 23 Kilogramm Wasserstoff und werden der mit einem Druck von 250 bis 300 bar gespeichert. Bei einem Verbrauch von 5 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde – bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 160 Knoten – ermöglicht dieser Energievorrat Flüge von bis zu 500 nautischen Meilen (926 Kilometer).

Insgesamt vier HydroTubes bilden die Flügelholme der APUS i-2 und speichern den Wasserstoffvorrat bei 250 bis 300 bar. © V. K. Thomalla

Bei einem Wasserstoffpreis von 7,0 Euro pro Kilogramm belaufen sich die Treibstoffkosten der i-2 auf gerade einmal 35 Euro pro Stunde. Eine Kolbenmotor-Einmot der Oberklasse kommt bei einem Verbrauch von 40 Litern Avgas pro Stunde heute bei einem Avgas 100LL-Preis von 2,92 Euro auf reine Treibstoffkosten von rund 116 Euro.

Die i-2 wird nach EASA CS-23 zugelassen

APUS wird die i-2 nach der EASA-Bauvorschrift CS-23 bauen und zulassen. Der Hersteller testet derzeit bereits den Antriebsstrang und die Wasserstofftanks. Die Wasserstoff-Zweimot wird ein elektro-hydraulisch betätigtes Einziehfahrwerk erhalten. APUS hat sich bei der Avionik des Flugzeugs für das G1000 NXi von Garmin International entschieden. Mit der Fertigstellung des Prototyps rechnet APUS im nächsten Jahr und strebt den Erstflug auch für Ende 2023 an. Als maximale Abflugmasse der emissionsfrei fliegenden Twin strebt der Hersteller 2.200 Kilogramm an. Die Zuladung beträgt 400 Kilogramm.

Auf der AERO stieß das Mock-up auf großes Interesse. APUS zeichnete Verträge für insgesamt 20 Lieferpositionen für die i-2 und fand mit der Firma SXI – Southern Cross International B.V. auch schon einen Vertriebspartner für das Muster in den Benelux-Ländern.>

APUS wird das Mock-up nun auf der Hannover-Messe Ende Mai sowie auf der ILA in Berlin (22. bis 26. Juni) ausstellen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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