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Climate Impulse wird mit Wasserstoff die Erde umrunden – ohne Zwischenlandung

Was andere für unmöglich halten, macht Bertrand Piccard einfach. Mit dem Wasserstoff-elektrisch angetriebenen Flugzeug Climate Impulse will er zusammen mit einem weiteren Piloten die Erde nonstop umrunden. Das Projekt will zeigen, dass disruptive Technologien Unmögliches möglich machen können und das das emissionsfrei Fliegen keine Utopie ist.

7.02.2024

Climate Impulse ist ein zweisitziges, zweimotoriges Elektroflugzeug mit Brennstoffzellen, das in neun Tagen um die Welt fliegen soll. © Climate Impulse

Er will es wieder tun: Bertrand Piccard, einer der beiden Piloten, die mit dem Solarflugzeug Solar Impulse 2015/2016 die Erde umrundet haben, und der schon 1999 zusammen mit Brian Jones als erster Mensch die Erde in einem Ballon umrundet hat, hat heute sein Projekt eines Wasserstoff-Flugzeugs namens Climate Impulse vorgestellt, mit dem er 2028 erneut um die Welt fliegen will. Allerdings soll der Flug um den Erdball dieses Mal nonstop erfolgen. Piccard wird mit der Climate Impulse nicht allein fliegen, als zweites Besatzungsmitglied wird bei dem Flug der Ingenieur und passionierte Segler Raphaël Dinelli an Bord sein.

Das Team um Piccard arbeitet schon seit zwei Jahren konkret an dem Projekt und hat namhafte und kompetente Unterstützer um sich geschart, darunter die Ariane Group, Airbus, Daher, Capgemini sowie das Wissenschaftsunternehmen Syensqo aus Belgien.

Die Konstruktion der Climate Impulse ist nahezu abgeschlossen, die Fertigung der ersten Teile hat mit Beteiligung der Ariane Group schon begonnen. In zwei Jahren soll der Bau fertig sein, danach wird das zweimotorige Fluggerät zwei Jahre lang umfassend getestet. Das Budget des Projekts liegt derzeit bei 60 Millionen Euro, von denen 45 Millionen für den Bau des Flugzeugs und 15 Millionen für die anschließende Erprobung reserviert sind.

Wasserstoff-Lagerung ist eine Herausforderung

„Climate Impulse ist ein technologischer Durchbruch“, teilten die Projektverantwortlichen mit. „Neben der Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbare Energien und deren Nutzung durch Brennstoffzellen zur Energieerzeugung für die Elektromotoren liegt die größte Herausforderung darin, den Wasserstoff während des voraussichtlich neuntägigen Flugs bei -253 °Celsius zu halten. Dafür sind revolutionäre Innovationen und angepasste Tanks notwendig, die neue Horizonte für Luftfahrt-Technologie eröffnen. Die Zusammenarbeit mit Syensqo wird Climate Impulse in die Lage versetzen, diese Systeme zu entwickeln.“

Bertrand Piccard sagte, was ihn zu diesem Projekt motiviert: „Viele Menschen haben mich in den vergangenen sieben Jahren gefragt, was nach Solar Impulse kommt. Ich bin froh, ihnen jetzt endliche eine Antwort geben zu können. In dieser Welt voller Umweltängste müssen wir die Hoffnung wiederherstellen und zum Handeln anregen, indem wir disruptive Lösungen aufzeigen, die zu nachhaltigem Fortschritt führen. Es ist mehr, als mit einem Wasserstoffflugzeug um die Welt fliegen, Climate Impulse wird neue Denk- und Handlungsweisen erforschen, um eine bessere Lebensqualität zu fördern. Effiziente Lösungen werden Menschen vereinen, von Bürgern und Umweltaktivisten bis hin zu  führenden politischen und wirtschaftlichen Führungskräften, die das Narrativ von Opfer und Angst hin zu Begeisterung und Taten verlagern.“

Wo Piccard und Dinelli zu ihrer Weltumrundung starten werden, wurde noch nicht verraten. Aber die Strecke soll entlang des Äquators führen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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