Seit dem ersten Flug des Überschall-Experimentalflugzeugs X-59 QueSST der NASA am 28. Oktober 2025 ist einige Zeit vergangen, in der die Ingenieure und Forscher die Ergebnisse des Jungfernflugs analysieren und das Flugzeug intensiv inspizieren konnten. Am 20. März flog die X-59 zum zweiten Mal. Geplant war, dass der Flugbereich der X-59 auf diesem Flug weiter geöffnet werden sollte. Im Cockpit saß der Testpilot Jim „Clue“ Less.
Im Gegensatz zum ersten Flug, der rund eine Stunde und sieben Minuten dauerte, musste die von Lockheed Martin gebaute X-59 beim zweiten Flug aufgrund eines technischen Problems schon nach zehn Minuten wieder auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien landen. Dabei hatte sie gerade eine erweiterte Platzrunde nach Norden geflogen und war kurzzeitig auf 11.700 Fuß Höhe gestiegen. Im Cockpit war eine Warnanzeige angegangen, die entsprechend den Vorschriften zum vorzeitigen Abbruch des Fluges führte. Man habe aber Informationen sammeln können, die für weitere Flüge wichtig sind, hieß es von der NASA.
Mehrere weitere Flüge für dieses Jahr geplant
Cathy Bahm, die Projektmanagerin des NASA Low-Boom Flight Demonstrator-Programms beim NASA Armstrong Flight Research Center, sagte: „Trotz der vorzeitigen Landung ist dies ein guter Tag für das Team. Wir haben weitere Daten gesammelt, und der Pilot ist sicher gelandet. Wir freuen uns darauf, so bald wie möglich wieder in die Luft zu gehen.“
Die NASA plant, in diesem Jahr mehrere Dutzend Flüge mit der X-59 zu absolvieren und dabei den Flugbereich weiter zu öffnen, bis schlussendlich Überschallgeschwindigkeit erreicht wird. Die sehr lange und spitze Bugsektion der X-59 soll den Überschallknall des Flugzeugs dramatisch abmildern, so dass am Boden nur ein Geräusch wahrnehmbar ist, welches dem Zuschlagen einer Autotür entspricht.
Mit der X-59 QueSST will die NASA Forschungsflüge in großer Höhe (55.000 Fuß/16.764 Meter) mit Überschallgeschwindigkeit bis zu Mach 1.4 über bewohnten Gebieten durchführen, um Daten zu sammeln, wie die Geräusche dieser Flüge von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Diese Daten sollen in eine künftige Gesetzgebung einfließen, deren Ziel es ist, Überschall-Passagierflüge über Land zu erlauben.
Volker K. Thomalla
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