Homepage » General Aviation » Piper hat die 1.000. PA-44 Seminole gebaut

Die Zahl von 1.000 produzierten Einheiten erreichen nicht viele Flugzeugtypen. Die PA-44 Seminole hat diese Marke jetzt, 43 Jahre nach ihrer Erstauslieferung, geschafft. Zwischendrin hatte der Hersteller die Produktion des Musters sogar für mehrere Jahre eingestellt, und das nicht nur einmal.

28.04.2021

Piper Aircraft hat im April 2021 das 1.000. Exemplar des zweimotorigen Schul- und Reiseflugzeugs Piper PA-44 Seminole gefertigt. © Piper Aircraft

Piper Aircraft aus Vero Beach im US-Bundesstaat Florida hat das 1.000. Flugzeug der Baureihe PA-44 Seminole gebaut. Der Hersteller hatte das Flugzeug zur Messe Sun `n Fun in Lakeland gebracht und dort ausgestellt. Die PA-44-181 Seminole wird in erster Linie als Trainingsflugzeug von Flugschulen auf der ganzen Welt eingesetzt. In den vergangenen Jahren profitierte Piper von dem Boom bei den Flugschulen, der sich auch in den Verkaufszahlen der Seminole niederschlug. Seit dem Jahr 2000 hatte das Unternehmen immer um die 20 Flugzeuge dieses Musters pro Jahr verkauft, mit Ausnahme von 2009, als im Nachgang der weltweiten Finanzkrise gerade einmal fünf PA-44 abgesetzt werden konnten. Doch 2018 und 2019 waren mit 37 beziehungsweise 40 ausgelieferten Seminoles Highlight-Jahre für das Muster. Auch 2020 lief mit 22 ausgelieferten Einheiten nicht schlecht für den Flugzeugtyp.

Produktionsstopp nach nur vier Jahren

Die PA-44 Seminole entstand Ende der siebziger Jahre als Weiterentwicklung der einmotorigen Piper PA-28-Familie. Der Hersteller wollte mit der PA-44 den Markt der leichten zweimotorigen Reise- und Schulflugzeuge bedienen. Die erste PA-44-180 Seminole flog schon Anfang 1978, obwohl der Hersteller das Flugzeug erst im März 1978 der Weltöffentlichkeit präsentierte – mit der FAA-Zulassung in der Hand.

Schon im Juli übernahm der erste Kunde die erste Seminole. Das Flugzeug war direkt ein Verkaufserfolg, obwohl die General Aviation Ende der siebziger Jahre in eine große Krise flog. In den ersten vier Jahren lieferte Piper Aircraft nicht weniger als 469 PA-44-180 Seminole und PA-44-180T Turbo Seminole aus. Danach gab es aber eine Produktions-Durststrecke, nicht nur für die Seminole, sondern für alle Hersteller von Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt. Zwischen 1983 und 1989 sowie zwischen 1991 und 1995 stellte Piper keine einzige neue PA-44 her. Erst mit einer Änderung des Gesetzes zur Produkthaftpflicht kam es nach 1996 wieder zu einer nennenswerten Steigerung der Produktionszahlen.

Die PA-44-180 Seminole ist als Zweimot-Trainer bei Flugschulen nach wie vor beliebt. © Piper Aircraft

Die heutigen PA-44-181 werden von zwei IO-360-B1G6-Kolbenmotoren von Lycoming angetrieben. Sie leisten je 181 PS (133 kW). Das viersitzige Flugzeug schafft eine maximale Reisegeschwindigkeit von 162 Knoten (TAS) und eine Reichweite von 700 nautischen Meilen (1.296 Kilometer). Die Avionik der heute produzierten PA-44 besteht aus einem G1000 NXi von Garmin International. Das Leergewicht gibt der Hersteller mit 1.191 Kilogramm an, als maximale Abflugmasse nennt Piper 1.724 Kilogramm.

Ron Gunnarson, der Vertriebs- und Kundendienst-Vorstand von Piper Aircraft, sagte: „Die Seminole bietet Schülern die ideale Lernumgebung, sowie Flugschulen die gewünschte Zuverlässigkeit und Rentabilität. Das Überschreiten der Marke von 1.000 gebauten Flugzeugen ist ein Beweis für das robuste Design und die Beliebtheit des Flugzeugs, das die Anforderungen der besten Flugschulen an niedrige Lebenszykluskosten und hohe Auslieferungsraten erfüllt.“

Das Seminole-Jubiläumsflugzeug wird allerdings in den nächsten Monaten noch geschont und muss nicht in den harten Alltag einer Flugschule: Diese PA-44-181 Seminole wird von Piper als Demonstrator für Kundenflüge genutzt.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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