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Smartflyer-Strukturbauteil besteht Belastungstest

Der Bau des ersten Exemplars des hybrid-elektrisch angetriebenen Smartflyer SFX1 macht Fortschritte, wenn auch langsamer als zum Start des Projekts geplant. Jetzt haben die Ingenieure des Herstellers in einem Test des Höhenruders dessen Belastbarkeit eindrucksvoll nachgewiesen.

11.01.2022

Das Pendelhöhenruder des Smartflyer SFX1 hielt Belastungen von 121 Prozent des Load Limits stand. © Smartflyer AG

Das Schweizer Start-up-Unternehmen Smartflyer AG aus Grenchen hat noch vor dem Jahresende einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung seines viersitzigen Flugzeugs mit hybrid-elektrischem Antrieb, der SFX1, geschafft: Bei einem Belastungstest in Grenchen haben die Techniker des Unternehmens das von Aerolite gebaute Pendelhöhenruder des Flugzeugs mit 870 Kilogramm belastet und so nachgewiesen, dass auch eine Belastung mit 121 Prozent des Load Limits der Struktur nichts ausmachen.

Als Gewichte nutzten die Techniker in Plastiksäcke abgepacktes Salz, das von einem lokalen Landhandel zur Verfügung gestellt wurde. Das Pendelhöhenruder ist aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff gefertigt und wiegt gerade einmal 14 Kilogramm. Auch die restlichen Strukturbauteile der Elektroeinmot sollen aus diesem Material gebaut werden.

Das Pendelhöhenruder der SFX1 liefert Aerolite. © Smartflyer AG

Als nächster Meilenstein im Smartflyer-Projekt steht die Fertigstellung des Rumpfes an und daran anschließend der Beginn der Systemintegration. Ursprünglich war vorgesehen, den Bau des Rumpfes schon im Sommer 2020 abzuschließen.

Auch Fortschritte beim Antriebssystem

Auch beim Antriebssystem macht das Projekt Fortschritte, teilte Smartflyer nun mit: „Von unseren 16 Batterie-Packs ist ein Pack als Prototyp von Emectric in Stuttgart aufgebaut worden. Wir machen anfangs 2022 anschliessend Belastungstests und messen mit dazu speziell verbauten Sensoren verschiedene Parameter. Das Testprogramm sieht normale Batteriebelastung vor, wie sie bei jedem Flug vorkommen. Zum Schluss des Testprogramms wird ein ‚thermal runaway‘ simuliert.“

Die Smartflyer AG arbeitet seit 2016 an der Entwicklung der SFX1. Die Einmot mit Platz für vier Insassen stößt nach Berechnungen der Konstrukteure 50 Prozent weniger CO2 aus als konventionelle Flugzeuge dieser Klasse, ist 60 Prozent leiser und schafft eine Reichweite von 404 nautischen Meilen (750 Kilometer). Der elektrische Antrieb ist effizi­enter und wartungsfreundlicher, so dass die Be­triebskosten aus heutiger Sicht um 33 Prozent niedriger liegen. Das Flugzeug ist für eine Serienproduktion und für eine EASA-Zulassung ausgelegt.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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