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Sikorsky hat den 5.000. UH-60 an einen Kunden übergeben

Seit fast einem halben Jahrhundert baut Sikorsky Aircraft die Hubschrauber der UH-60-Familie. Nun hat der Hersteller einen außergewöhnlichen Meilenstein in der Geschichte eines Hubschrauber-Programms erreicht: Er feierte die Übergabe des 5.000. Exemplares an einen Kunden.

21.01.2023

Sikorsky Aircraft hat am 20. Januar 2023 den 5.000. UH-60-Hubschrauber ausgeliefert. © Lockheed Martin

Die Lockheed Martin-Tochter Sikorsky Aircraft hat gestern einen besonderen Meilenstein ihrer Firmengeschichte gefeiert: Am Standort Stratford im US-Bundesstaat Connecticut hat das Unternehmen den 5.000. Hubschrauber der UH-60 Black Hawk-Familie an einen Kunden übergeben. Bei dem Jubiläumshubschrauber handelt es sich um eine UH-60M, die an den größten Nutzer des Hubschraubers, die US Army, übergeben wurde.

UH-60-Familie

Der Black Hawk wurde Anfang der 1970er Jahre als Ersatz für die Bell UH-1 Iroquois entwickelt. Er setzte sich im UTTAS-Wettbewerb (Utility Tactical Transport Aircraft System) der US Army gegen einen Entwurf von Boeing durch. Am 17. Oktober 1974 startete der Black-Hawk-Prototyp in Stratford zu seinem Erstflug.  Die Erprobung des neuen Hubschraubers und die Vorbereitung der Serienproduktion dauerte noch bis 1977. Das erste Serienexemplar, eine UH-60A Black Hawk, wurde 1979 an die US Army ausgeliefert.

In der Folgezeit entschied sich auch die US Navy für die Beschaffung einer UH-60-Version, der SH-60 Seahawk, die allerdings für Marine-Missionen optimiert wurde, beispielsweise durch einen verbesserten Korrosionsschutz.

Die UH-60-Familie besteht aus vielen Versionen

Von der UH-60 gibt es viele verschiedene Versionen für unterschiedliche Missionen. Besonders hervorzuheben sind die HH-60G Pave Hawk für Kampfrettungseinsätze sowie deren Nachfolger HH-60W Jolly Green II oder aber die Exportversionen S-70. Sikorsky bietet auch eine zivile Version der UH-60 an, die S-70A Firehawk, die vor allem in den Vereinigten Staaten als Lösch- und Rettungshubschrauber eingesetzt wird. Derzeit werden Hubschrauber der UH-60-Familie von 35 Nationen genutzt. Die Sikorsky-Tochter PZL baut die S-70 für den Exportmarkt in Polen.

Paul Lemmo, der Präsident von Sikorsky, sagte bei der Übergabe des 5.000. Black Hawk: „Sikorsky wurde als Unternehmen durch den Black Hawk geprägt. Der Black Hawk und seine Varianten liefern, wenn Zuverlässigkeit und Leistung nicht verhandelbar sind. Die Hawk-Hubschrauber stellen ihre Vielseitigkeit und Einsatzbereitschaft mit den neuesten technologischen Fortschritten und den fortlaufenden US-amerikanischen und weltweiten Investitionen in das Fluggerät unter Beweis.“

Obwohl die US Army mit dem FLRAA-Wettbewerb schon einen Nachfolger für den Hubschrauber gesucht (und ausgewählt) hat, wird die UH-60-Familie noch für Jahrzehnte im Dienst bleiben und auch ständig modernisiert. Sikorsky arbeitet an Verbesserungen des Musters, die die Zuverlässigkeit der Black-Hawk-Hubschrauber weiter steigern und die Betriebskosten weiter senken. Außerdem soll ein neues, modulares System mit offener Systemarchitektur in die Hubschrauber integriert werden, welches die schnellere Installation von neuen Technologien in den Hubschrauber erlaubt. Verbesserungen bei den Triebwerken sollen für geringeren Treibstoffverbrauch, eine höhere Reichweite und eine größere Nutzlast künftiger Black Hawk sorgen.

Außerdem testet Sikorsky in Zusammenarbeit mit der Rüstungsforschungsbehörde DARPA (Defense Advanced Research Projetcs Agency) gerade das MATRIX-System, das die UH-60 in ein OPV (Optionally Piloted Vehicle), also ein optional von einer Crew geflogenes Luftfahrzeug, verwandelt. Erste autonome Flüge mit einer UH-60A haben im November 2022 bereits stattgefunden.<

Die Auslieferung des 5.000. Exemplares sind ein Meilenstein in der Geschichte der UH-60, aber sie bedeuten nicht das Ende der Produktion des Musters.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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