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Der Piaggio Aerospace-Verkauf geht in die finale Phase

Der Sonderverwalter des insolventen italienischen Unternehmens Piaggio Aerospace hat fünf Interessenten zur Abgabe eines Angebots bis zum 5. März aufgefordert. Damit biegen die Übernahmeverhandlungen auf die Zielgeraden ein. Der Sonderverwalter ist optimistisch, die Verhandlungen schnell zu Ende zu bringen.

26.02.2021

Die weltweite Flotte von Piaggio Avanti hat Ende 2020 die Marke von einer Million Flugstunden erreicht. © Piaggio Aerospace/David Spurdens

Nach Verzögerungen aufgrund der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen geht der Verkauf von Piaggio Aero Industries und Piaggio Aviation in die Endrunde. Beide Unternehmen treten gemeinsam am Markt unter dem Namen Piaggio Aerospace auf und haben interessierten Bewerbern nach Beendigung der Due Dilligence-Phase nun eine Frist bis zum 5. März 2021 um 18.00 Uhr gesetzt, um ihre Angebote vorzulegen. Fünf Kandidaten von drei Kontinenten, die Piaggio Aerospace übernehmen wollen, sind übriggeblieben, sagte der Sonderverwalter des Unternehmens aus Villanova d’Albenga, Vicenzo Nicastro, am 24. Februar bei einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern.

Im Rahmen des vorgeschalteten Interessenbekundungsverfahrens hatten sich im vergangenen Frühjahr 19 Unternehmen gemeldet, die Interesse an Piaggio Aerospace hatten. Nicastro sagte, dass man die Aufforderungen zur Abgabe eines finalen Angebotes an die Firmen geschickt habe, die das Unternehmen als Ganzes kaufen wollen. Piaggio Aerospace beschäftigt derzeit 940 Mitarbeiter. Nicastro zeigte sich mit dem bisherigen Ergebnis des Verfahrens zufrieden, er sagte, es sei ein sehr positives Ergebnis, fünf Bieter in der engeren Auswahl zu haben.

Schneller Verkaufsabschluss angestrebt

In Abstimmung mit dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat Nicastro den Bietern die Möglichkeit eingeräumt, ein nicht-bindendes Angebot abzugeben, um bei Bedarf nachzuverhandeln. Der Sonderverwalter geht von einem schnellen Abschluss des Verfahrens aus und rechnet damit, dass die Verhandlungen nicht länger als einen Monat in Anspruch nehmen werden. Dann solle es zu einem unwiderruflichen und besten Angebot kommen.

Piaggio Aerospace war im Herbst 2018 in finanzielle Schieflage geraten, nachdem der Erstkunde für die aufwendig entwickelte Hammerhead-Drohne nach nur einem ausgelieferten Exemplar die Bestellung von weiteren sieben weiteren P1HH annullierte. Als sich dann noch eine erwartete Bestellung der italienischen Regierung hinzog, stieg der Investor Mubadala aus Abu Dhabi im November aus und das Unternehmen musste Insolvenz anmelden.

Im Anschluss an die Insolvenz hatte der italienische Staat hat das Auftragsbuch des Unternehmens mit verschiedenen Aufträgen gefüllt. So betreut Piaggio beispielsweise die Triebwerke der italienischen CH-47 Chinook-Hubschrauber und darf die komplette P.180-Flotte der italienischen Streitkräfte weiterhin betreuen. Der Gesamtwert des Auftragsbestandes beläuft sich auf 640 Millionen Euro. Weitere Aufträge im Wert von 260 Millionen Euro seien derzeit in verschiedenen Verhandlungsstadien, teilte das Unternehmen mit.

Volker K. Thomalla

 

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