Homepage » Industrie - news » Diehl Aviation baut Stellen ab und startet Innovationsoffensive

Die Coronakrise der Passagierluftfahrt schlägt von den Flugzeugherstellern durch auf die Ebene der Zulieferer. Der Kabinenspezialist Diehl Aviation rechnet nicht mit einer schnellen Erholung der Märkte und kämpft mit einer Doppelstrategie gegen die Krise: Einerseits sollen die Kostenstrukturen angepasst und andererseits mit Innovationen neue Märkte erschlossen werden.

17.11.2020

Aufgrund der Folgen der Covid-19-Pandemie für die Luftfahrt mit eingemotteten Flugzeugen reduziert der Zulieferer Diehl Aviation die Zahl seiner Mitarbeiter. © Brussels Airlines

Der Zulieferer Diehl Aviation, der sich auf Kabinenausrüstungen und Flugzeugsysteme spezialisiert hat, rechnet nicht mit einer kurz- oder mittelfristig einsetzenden Erholung des Passagierluftverkehrs. Er hat deshalb ein Maßnahmenpaket beschlossen, um seine Kostenstruktur bis Ende 2022 den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Das Unternehmen geht im Jahr 2022 von einem Geschäftsvolumen aus, dass nur etwas mehr als der Hälfte des Umsatzniveaus von 2019 entspricht! Diehl Aviation plant deshalb auch Einschnitte beim Personal, will aber alle Standorte in Deutschland erhalten. Bis 2022 sollen bis zu 1.400 Stellen in Deutschland entfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen weitestgehend vermieden werden, stattdessen will Diehl den Personalabbau durch Altersteilzeit, ein Freiwilligenprogramm und andere sozialverträgliche Maßnahmen stemmen. „Hiervon werden alle Bereiche, Standorte und Gesellschaften betroffen sein, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und Umfang. Mit diesen Maßnahmen wird Diehl Aviation 2022 die Trendwende schaffen und ab 2023 wieder in die Gewinnzone zurückkehren“, teilte das Unternehmen nun mit.

Neue Produkte für neue Märkte

Parallel dazu will sich Diehl Aviation neue Märkte erschließen und neue Produkte entwickeln. Dazu gehören nach Unternehmensangaben „berührungslose Kabinenfunktionen in Verkehrsflugzeugen, der Einstieg in das Marktsegment der Urban Air Mobility (UAM) sowie die Beteiligung am multi-nationalen militärischen Projekt Future Combat Air System (FCAS) und auch die Entwicklung nachhaltiger Leichtbaumaterialien sowie von Systemen für das emissionsfreie Fliegen.“

Man habe am 16. November den Wirtschaftsausschuss über das Zukunftskonzept informiert und mit den Betriebsräten Gespräche zur Umsetzung aufgenommen.

Volker K. Thomalla

 

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