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Airbus hat ein neues Konzept des ZEROe-Wasserstoff-Flugzeugs präsentiert

Airbus benötigt mehr Zeit als bislang geplant, um ein wirtschaftlich tragfähiges Verkehrsflugzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb umzusetzen. Der Aerospace-Konzern sieht in dieser Technologie aber nach wie vor die Zukunft des klimaneutralen Fliegens.

26.03.2025

Airbus hat seinen Fahrplan für das Projekt ZEROe, ein mit einem Wasserstoffantrieb ausgerüstetes Verkehrsflugzeug, um mehrere Jahre nach hinten verschoben. © Airbus

Beim 2025 Airbus Summit in Toulouse hat Airbus einen revidierten Zeitplan für die angestrebte Realisierung eines Verkehrsflugzeugs mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb vorgestellt. Statt wie bisher zur Mitte des nächsten Jahrzehnts soll nun einSingle Aisle-Flugzeug in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre marktreif sein.

Bruno Fichefeux, der Leiter des Bereichs Future Programmes bei Airbus, sagte: „Wasserstoff ist das Herzstück unseres Engagements für die Dekarbonisierung der Luftfahrt. Wir haben zwar unseren Fahrplan angepasst, aber unser Engagement für wasserstoffbetriebene Flugzeuge ist ungebrochen. Wie wir im Automobilsektor gesehen haben, haben vollelektrische Flugzeuge, die mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betrieben werden, das Potenzial, den Luftverkehr langfristig zum Besseren zu verändern und den Weg der nachhaltigen Luftfahrtkraftstoffe zu ergänzen.“

Der Airbus-Hauptgeschäftsführerr (CEO) Guillaume Faury hatte zu Beginn der Woche gesagt, man habe in den vergangenen vier Jahren viel gelernt. Man habe erkennen müssen, dass die Zeit noch nicht reif sei für ein Wasserstoff-Flugzeug. Er sei davon überzeugt, dass Wasserstoff die Energie der Zukunft sei. Airbus könne ein funktionierendes Wasserstoff-Flugzeug bauen, aber dieses Flugzeug sei derzeit einfach nicht gut genug. „Wir wollen keine Concorde des Wasserstoffs“, sagte er. Es brauche viel mehr Zeit als man bislang gedachht habe.

Auf dem Airbus Summit hat der Hersteller ein – wie er betont – fiktives Konzept für ein Wasserstoff-Flugzeug vorgestellt, das sich von den vorherigen Konzepten unterscheidet. Nach diesem neuen Konzept würde das neue ZEROe-Flugzeug über vier elektrische 2-Megawatt-Antriebsmotoren verfügen, die jeweils von einem Brennstoffzellensystem angetrieben werden, das Wasserstoff und Sauerstoff in elektrische Energie umwandelt. Die vier Brennstoffzellensysteme würden über zwei Flüssigwasserstofftanks versorgt werden. Dieses Konzept werde in den kommenden Jahren weiter verfeinert, so Airbus, da zusätzliche Tests dazu beitragen würden, die Technologien für die Wasserstoffspeicherung und -verteilung sowie für die Antriebssysteme zu entwickeln.

Weitere Investitionen in Wasserstoff-Technologie

Glenn Llewellyn, die Leiterin des ZEROe-Projekts bei Airbus, sagte: „In den letzten fünf Jahren haben wir mehrere Wasserstoff-Antriebskonzepte untersucht, bevor wir uns für dieses vollelektrische Konzept entschieden haben. Wir sind zuversichtlich, dass es die nötige Leistungsdichte für ein wasserstoffbetriebenes Verkehrsflugzeug bietet und mit der Reife der Technologie weiterentwickelt werden kann. In den kommenden Jahren werden wir uns auf die Weiterentwicklung der Speicher-, Verteilungs- und Antriebssysteme konzentrieren und uns gleichzeitig für die rechtlichen Rahmenbedingungen einsetzen, die notwendig sind, damit diese Flugzeuge fliegen können.“

Parallel dazu arbeitet Airbus auch an Nachfolgern für die A320neo-Familie, die mit 100 Prozent SAF (Sustainable Aviation Fuel) betrieben werden soll. Bei diesen neuen Flugzeugen strebt man eine Reduzierung des Treibstoffverbrauchs um 20 bis 30 Prozent an, sagte Bruno Fichefeux in Toulouse. Zu den Schlüsseltechnologien für die Erreichung dieses Ziels gehören neue, effizientere Tragflächen, leichtere Materialien sowie neue Antriebssysteme.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit 40 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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