Homepage » Industrie » Brandenburg fördert gemeinsam mit dem BMWi den Elektroflug

Wenn es nach den Vorstellungen Brandenburgs geht, wird das Land künftig einer der industriellen Schwerpunkte für den Elektroflug in Deutschland. Zusammen mit dem Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) und dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce wurden nun erste Weichen gestellt, die den Zukunftszug in diese Richtung fahren lassen.

11.10.2021

Rolls-Royce ist Projektpartner für das Elektroflugzeug Apus i-5, das von der APUS Zero Emission GmbH aus Strausberg entwickelt wird. © Rolls-Royce

Rolls-Royce ist einer der führenden Player im Bereich der Antriebe für den Elektroflug und für hybrid-elektrische Antriebe. Das Land Brandenburg, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Rolls-Royce haben nun eine Absichtserklärung unterschrieben, nach der die gemeinsam die Forschung und Entwicklung hybrid-elektrischer Antriebssysteme für die nächste Generation von Luftfahrzeugen in Brandenburg vorantreiben wollen.

Die Politik stellt dafür Mittel zur Verfügung. Konkret geht es um den Aufbau von Entwicklungs-, Test- und Produktionseinrichtungen in Dahlewitz, südöstlich von Berlin sowie in der Lausitz, der Region, die durch den Kohleausstieg vor einem einschneidenden Strukturwandel steht. Neben Geldern aus dem Luftfahrtforschungsprogramm des Bundes sollen für den Aufbau eines einzigartigen Ökosystems für hybrid-elektrische Antriebe auch Mittel aus dem Topf „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ sowie Landesmittel von Brandenburg zur Verfügung gestellt werden. Rolls-Royce Deutschland hat am Freitag eine Betriebsstätte in Cottbus eröffnet und zugesagt, seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Dahlewitz zu erweitern.

Center for Hybrid Electric Systems Cottbus

Bis 2027 wird der Hersteller für das Entwicklungsprojekt in Brandenburg nach eigenen Angaben „erhebliche Investitionen“ tätigen und schon 2021 50 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region sichern. „Die Arbeiten werden auf den Standort Dahlewitz und die neue Einrichtung, die am ‚Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (CHESCO)‘ der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus- Senftenberg angesiedelt sein wird, aufgeteilt. Dahlewitz wird die technische Leitung der Projekte innehaben und der Großteil der Entwicklungsarbeit wird in Cottbus durchgeführt. Unterstützt werden die Lausitzer Forscher vom Team in Dahlewitz und von unseren Weltklasse- Entwicklungsteams für elektrische Systeme in Bayern“, teilte Rolls-Royce mit.

Rob Watson, der Director Rolls-Royce Electrical, sagte: „Klimaneutralität in der Luftfahrt zu erreichen ist von entscheidender Bedeutung für unsere Zukunft, aber auch eine der größten technologischen Herausforderungen, die es gibt. Die anhaltende Unterstützung der Luftfahrt durch die deutsche Regierung und das Land Brandenburg trägt entscheidend dazu bei, dass wir unsere Ziele für eine nachhaltige und CO2-neutrale Zukunft bis 2050 erfüllen können. Aufbauend auf den hervorragenden Fähigkeiten unseres Electrical Teams in Bayern, wird uns die Einrichtung von Entwicklungs-, Test- und Produktionseinrichtungen in Dahlewitz und in der Lausitz in die Lage versetzen, hybrid-elektrische Antriebssysteme für die nächste Ära der Luftfahrt zu liefern.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Weltrekordjäger „Spirit of Innovation“ ist zum ersten Mal geflogen

Rolls-Royce ist Technologieführer bei Luftfahrt-Elektroantrieben

Tecnam entwickelt mit Rolls-Royce das Elektroflugzeug P-Volt

Rolls-Royce schließt Übernahme von Siemens E-Antriebe ab

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.