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Embraer verschiebt Indienststellung der E175-E2

Eigentlich war die Indienststellung des Regionaljets Embraer E175-E2 für 2021 vorgesehen. Doch aufgrund der Covid-19-Pandemie hat sich der brasilianische Flugzeughersteller entschieden, das Muster erst ab 2023 auszuliefern.

11.08.2020

Die Embraer 175-E2 ist als drittes Muster der zweiten Generation der Embraer E-Jet Familie am 12. Dezember 2019 zum ersten Mal geflogen. © Embraer

Der brasilianische Flugzeughersteller hatte bei der Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2020 wie erwartet keine guten Nachrichten zu verkünden: Im zweiten Quartal konnte der Hersteller lediglich vier Verkehrsflugzeuge und 13 Geschäftsreisejets ausliefern. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 26 Verkehrsflugzeuge und 25 Business Jets gewesen. Dementsprechend fielen auch die finanziellen Ergebnisse aus. Der Umsatz ging um 61 Prozent auf 537,2 Millionen US-Dollar (451 Millionen Euro) zurück.

Die weltweiten Reisebeschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie  – die besonders stark in Brasilien und den USA wütet – ließen keine zusätzlichen Auslieferungen zu. Außerdem war die Passagiernachfrage in diesem Quartal auf ein historisches Tief gefallen und hatte viele Kunden dazu gebracht, die Auslieferungen ihrer bestellten Flugzeuge zu verschieben.

Das ist auch der Grund, warum sich Embraer entschlossen hat, die Indienststellung des kleinsten und jüngsten Mitglieds der E-Jet-E2-Regionalflugzeugfamilie zu verschieben. Die Embraer 175-E2, die erst im Dezember 2019 zu ihrem Erstflug gestartet war, wird nun erst 2023 an einen Kunden ausgeliefert. Bislang war als Indienststellungstermin das Jahr 2021 vorgesehen. „Angesichts der aktuellen Bedingungen der Verkehrsluftfahrt aufgrund der Covid-19-Pandemie bestätigt Embraer die Indienststellung der E175-E2 im Jahr 2023“, teilte der Hersteller mit. Embraer hatte zuvor mit einer 24monatigen Flugerprobung vor der Zulassung gerechnet und wollte drei E175-E2 in die Erprobung einbinden.

Drei E-Jets der E2-Generation

Mit einer Länge von 32,4 Metern ist die E175-E2 genau 3,84 Meter kürzer als die E190-E2 und sogar 9,10 Meter kürzer als die größte Variante der zweiten E-Jet-Generation, die E195-E2. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Sitzplatzkapazitäten der einzelnen E-Jet-Familienmitglieder: Während die E195-E2 in einer Einklassen-Konfiguration bis zu 146 Passagiere transportieren kann, passen in die E175-E2 lediglich 90 Passagiere bei einem Single-Class-Layout. Mit einer maximalen Abflugmasse von 44,8 Tonnen ist die E175-E2 allerdings auch deutlich leichter als die E195-E2, die auf ein MTOW von 61,5 Tonnen kommt.

Die E2-Generation wird von Triebwerken der PW1000G-PurePower-Familie angetrieben. Diese Getriebefans verbrauchen über 10 Prozent weniger Treibstoff als die an der vorherigen E-Jet-Generation verwendeten Turbofans. Sie verleihen der E175-E2 eine Reichweite bei voller Passagierzuladung von 2.017 nautischen Meilen (3.735 Kilometer).

Das Unternehmen sieht sich in der Krise trotzdem gut aufgestellt und verweist auf eine Liquidität in Höhe von 2,0 Milliarden US-Dollar.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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