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PurePower PW800 im Endspurt zur Indienststellung

Pratt & Whitney Canada bereitet sich auf die Indienststellung ihres neuesten Turbofans für Geschäftsreisejets vor. Das PurePower PW800 soll in Kürze die EASA-Zulassung erhalten und noch vor Ende des Jahres als Antrieb der Gulfstream G500 in Dienst gehen.

22.05.2017

Das vierte Testflugzeug der Gulfstream G500 war auf der EBACE 2017 zu sehen. Es wird von zwei PurePower PW800-Turbofans angetrieben. © Gulfstream Aerospace

Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat dem neuen PurePower PW800 von Pratt & Whitney Canada am 14. Februar dieses Jahres die Zulassung erteilt. Der ultramoderne Turbofan ist Antrieb der beiden neuen Gulfstream-Langstreckenjets G500 und G600. Pratt & Whitney Canada bereitet sich zurzeit auf die Indienststellung des Triebwerks noch vor Ende des Jahres vor.

Der Hersteller hat den Antrieb ausführlich getestet. Insgesamt sind die Testtriebwerke 7.000 Stunden auf dem Prüfstand gelaufen. Dazu kommen noch über 6.000 Stunden an Gulfstreams fliegendem Prüfstand sowie an den Prototypen der G500 und G600. Damit hat Pratt & Whitney schon heute über 13.000 Teststunden mit dem neuen Antrieb gesammelt. Vor der Indienststellung vor Ende dieses Jahres werden noch einige Stunden hinzukommen, da die Testflotte täglich fliegt. „Das PurePower PW800 hat in Tausenden von Teststunden auf dem Prüfstand und in der Luft bewiesen, dass seine Technologie reif ist. Es hat alle Erwartungen übererfüllt“, sagte Scott McElvaine, Vice President Marketing & Customer Service, PurePower PW800, bei Pratt & Whitney Canada.

Das PW800-Training beginnt in Kürze

Parallel zu den finalen Tests für die Zulassung, ist der Hersteller auf die Zielgeraden zur Indienststellung eingebogen. Die technischen Publikationen sind erstellt, das Wartungstraining für das PW800 beginnt in Kürze, und das Kundendienstprogramm ist bereit, um die neuen Kunden zu betreuen. Pratt & Whitney Canada hat begonnen, Ersatzteile für das neue Antriebsmuster an die Ersatzteillager zu liefern, damit alles bereit liegt, wenn es gebraucht wird. Das PW800 ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Der Hersteller rechnet damit, dass es 40 Prozent weniger Wartungsaufwand verursacht als heutige vergleichbare Triebwerksmuster. Er geht davon aus, dass die ersten Triebwerke erst nach 10.000 Betriebsstunden zur Wartung abgenommen werden müssen.

Kunden können jetzt ESP buchen

Der Hersteller hat auch begonnen, Kunden in das firmeneigene Maintenance-Programm ESP aufzunehmen. Dabei zahlt der Kunde einen bestimmten Betrag pro Monat und braucht sich keine Sorgen mehr um die finanziellen Folgen der Wartung und Überholung seiner PW800-Antriebe zu machen, denn alle Triebwerkswartungskosten sind mit diesen Beiträgen abgedeckt. Zu den inkludierten Leistungen gehört unter anderem auch das regelmäßige Waschen der Triebwerke.

Besucher der Geschäftsluftfahrtmesse EBACE können das PW800 an der Gulfstream G500 begutachten. Das vierte Exemplar des neuen Gulfstream-Jets ist zur Messe aus Savannah nach Europa gekommen.

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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