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Rockwell Collins: Hightech aus Heidelberg

Rockwell Collins ist in Deutschland seit über einem halben Jahrhundert vertreten. Das Unternehmen entwickelt und produziert an seinem Sitz in Heidelberg Hightech-Produkte für verschiedene Anwendungen. Da es expandiert, ist es auch immer auf der Suche nach talentiertem Nachwuchs.

26.04.2018
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Rockwell Collins bietet sein Fusion Flightdeck auch für Drehflügler an. © Rockwell Collins

Die Rockwell Collins Deutschland GmbH ist ein etabliertes Hightech-Unternehmen in Heidelberg. Die 100-prozentige Tochter des US-Konzerns Rockwell Collins beschäftigt in Deutschland über 400 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 104,4 Millionen US-Dollar. Heidelberg ist Kompetenzzentrum innerhalb des Konzerns für Avionik für Fighter und Trainer, Fahrzeugelektronik und Raumfahrtprodukte.

Letztere Produkte sind Drall- und Reaktionsräder („Space Wheels“) mit deren Hilfe Satelliten im All in Position gehalten werden, beziehungsweise ihre Lage im All ändern können. Diese Räder werden in Heidelberg weitestgehend in Handarbeit hergestellt und müssen extreme Qualitäten aufweisen. Einmal ins All geschossen, sind sie nicht mehr reparierbar, da sie nicht mehr erreichbar sind. Deswegen unterliegt ihre Fertigung extrem geringen Toleranzen, und die Zuverlässigkeit ist legendär.

Im Keller des Werkes in Heidelberg lässt Rockwell Collins ein Space Wheel seit über 27 Jahren ohne eine Sekunde Unterbrechung laufen. Aufbauend auf dieser Erfahrung sichert der Hersteller Kunden eine Betriebszuverlässigkeit von über 20 Jahren zu.

Rockwell Collins baut das Cockpit der Boeing CH-47 Chinook. © Rockwell Collins

Rockwell Collins produziert unter anderem auch die Missionscomputer für den Eurofighter Typhoon und das German Avionics Management System (GAMS) für die Modernisierung der CH-53-Flotte der Luftwaffe.

Bei der für dieses Jahr noch erwarteten Ausschreibung für einen neuen Transporthubschrauber der Luftwaffe kommt Rockwell Collins eine besondere Bedeutung zu, denn das Unternehmen stellt bei beiden potenziellen Wettbewerbern, der Sikorsky CH-53K King Stallion und der Boeing CH-47 Chinook die Cockpit-Avionik. Dabei bildet das „Common Avionics Architecture System“ (CAAS) als integriertes Flight und Mission Management System das Herzstück. Das CAAS verbindet flug- und missionsrelevante Informationen auf den Displays. So gehört beispielsweise eine besondere Symbologie für Anflüge unter Brown-Out-Bedingungen zu den Features, die das Fliegen von Hubschraubern mit CAAS-Cockpit sicherer machen. Missionsspezifische Informationen zum Beispiel zu Außenlasteinsätzen können auf taktischen Displays dargestellt werden. Ein beachtlicher Teil der Wertschöpfung für die Cockpits stammt aus Heidelberg.

Rockwell Collins liefert auch das Cockpit der CH-53K King Stallion. © Rockwell Collins

Kommunikationselektronik ist ein weiteres Kompetenzfeld von Rockwell Collins. Von dem taktischen Funkgerät ARC-210 hat das Unternehmen beispielsweise über 45.000 Exemplare verkauft. Es ist in 180 verschiedenen Plattformen bei Nutzern in über 40 Nationen verbaut. „Das ist einer unserer Bestseller„, sagt Mike Mohren, Principal Account Manager Government Sales EuMEA.

Rockwell Collins Deutschland ist auf Wachstumskurs und sucht talentierte Nachwuchskräfte. Axel Schumann, der Managing Director des Unternehmens, sagte gegenüber Aerobuzz: „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren um 10 Prozent wachsen. Wir haben immer offene Stellen, und in naher Zukunft sehen wir noch einen gesteigerten Bedarf.“

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er wurde 2021 mit dem Aerospace Media Award (Kategorie Business Aviation) ausgezeichnet. Er berichtet seit über 35 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war zwischen 2016 und 2020 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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