Homepage » Industrie » Rolls-Royce beginnt mit dem Bau des UltraFans

Rolls-Royce beginnt mit dem Bau des UltraFans

Das erste Demonstrator-Triebwerk des Technologieträgers UltraFan nimmt bei Rolls-Royce in Derby nun Gestalt an. Noch vor Ende dieses Jahres soll die Montage des leistungsstarken und hoch effizienten UltraFan abgeschlossen sein. Kernkomponenten des neuen Aggregats wurden in Deutschland produziert und getestet.

6.04.2021

Rolls-Royce hat Ende März mit dem Bau des ersten UltraFan-Triebwerks begonnen. © Rolls-Royce

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat in seinem Werk in Derby in Großbritannien mit dem Bau seines UltraFan begonnen. Dieses Triebwerk soll in Bezug auf Effizienz und Treibstoffverbrauch neue Maßstäbe setzen. Rolls-Royce Strebt mit dem UltraFan eine Reduzierung des Treibstoffverbrauchs um 25 Prozent im Vergleich zur ersten Generation des Trent-Triebwerks an.

Das Demonstrator-Triebwerk soll bereits Ende dieses Jahres fertig montiert sein. Es wird über einen aus Kohlefaser und Titan gefertigten Fan mit einem Durchmesser von 3,56 Metern verfügen. Mit der Produktion der Schaufeln hatte der Hersteller im Februar 2020 begonnen. Das Getriebe für den UltraFan stammt aus Dahlewitz südöstlich von Berlin. Seit 2017 testet Rolls-Royce das Getriebe auf einem speziell dafür gebauten Prüfstand in Dahlewitz.

Gefördert von mehreren Nationen

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für den UltraFan wurden von verschiedenen Förderprogrammen begleitet und zum Teil finanziert, unter anderem von Innovate UK aus Großbritannien, dem LuFo aus Deutschland und dem Clean Sky Joint Undertaking der Europäischen Union. Die im Demonstrator integrierten Technologien sind skalierbar und in Triebwerken mit einem Schub zwischen 25.000 Pfund (111 kN) und 100.000 Pfund (445 kN) einsetzbar.

Chris Cholerton, der Präsident für Zivilluftfahrt bei Rolls-Royce, sagte: „Dies ist ein aufregender Moment für uns alle bei Rolls-Royce. Unser erster Triebwerksdemonstrator, UF001, kommt jetzt zusammen und ich freue mich sehr darauf, ihn gebaut und testbereit zu sehen. Es kommt zu einer Zeit, in der die Welt nach immer nachhaltigeren Wegen sucht, sich in einer Post-Covid 19-Welt fortzubewegen, und es macht mich und unser gesamtes Team sehr stolz zu wissen, dass wir Teil der Lösung sind. Ich freue mich, dass die britische und die deutsche Regierung uns bei diesen bedeutenden, bahnbrechenden Technologie-Investitionen unterstützt haben. Das Aerospace Technology Institute und die LuFo-Programme sowie das Clean Sky-Programm der EU haben dazu beigetragen, dass wir der Realisierung der enormen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile von UltraFan einen Schritt nähergekommen sind.“

Nach der Montage wird Rolls-Royce UF001 auf dem neu errichteten Prüfstand Testbed 80 in Derby testen. Der Hersteller hatte in den Bau und die Ausrüstung des Prüfstands rund 90 Millionen Pfund investiert. Während der Prüfstandläufe können dort bis zu 10.000 Parameter aufgezeichnet werden.

Volker K. Thomalla

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

Schon gelesen?

Rolls-Royce testet UltraFan mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff

Airbus und Rolls-Royce kooperieren bei der UltraFan-Flugerprobung

Rolls-Royce hat das 8.000. Triebwerk aus Dahlewitz ausgeliefert

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.