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Air Canada annulliert A220- und 737-MAX-Aufträge

Angesichts der eingebrochenen Passagiernachfrage hat die kanadische Fluggesellschaft Air Canada ihren künftigen Flugzeugbedarf überprüft und korrigiert. Sowohl Airbus als auch Boeing verlieren dadurch Festbestellungen. Zusätzlich hat der Carrier auch ausstehende Lieferungen für neue Flugzeuge verschoben.

10.11.2020

Air Canada hatte im Juni 2016 insgesamt 45 Exemplare des Airbus A220 bestellt. © Air Canada

Die Fluggesellschaft Air Canada hat gestern ihre Zahlen für das dritte Quartal dieses Jahres veröffentlicht und weitere Maßnahmen angekündigt, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie für ihr Geschäft zu reduzieren. Der Umsatz des kanadischen Carriers ist im dritten Quartal um 4,773 Milliarden kanadische Dollar (3,1 Milliarden Euro) auf 757 Millionen kanadische Dollar (492 Millionen Euro) gesunken. Das ist ein Umsatzrückgang von 86 Prozent. Der Passagierrückgang in diesem Zeitraum betrug 88 Prozent. Dementsprechend fiel auch das Ergebnis negativ aus: Air Canada musste für das dritte Quartal ein negatives EBITDA von 554 Millionen Dollar ausweisen. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch ein positives EBITDA von 1,472 Milliarden ausgewiesen.

A220 der Air Canada

Calin Rovinescu, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Air Canada, kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Die heutigen Ergebnisse spiegeln die beispiellosen Auswirkungen von Covid-19 auf unsere Branche weltweit und auf Air Canada in einem Quartal wider, das in der Vergangenheit unser produktivstes und profitabelstes war. Parallel dazu haben wir entschlossen gehandelt, um unseren Covid-19 Eindämmungs- und Wiederaufbauplan umzusetzen. Seit März haben wir fast sechs Milliarden Dollar an zusätzlicher Liquidität aufgebracht und damit eine der stärksten Bilanzen der Branche zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Pandemie erreicht. Wir haben schmerzhafte Schritte unternommen, um 20.000 Arbeitsplätze abzubauen – nachdem wir in den vorangegangenen fünf Jahren 10.000 Arbeitsplätze geschaffen hatten – und zehn Jahre profitablen Netzausbaus rückgängig zu machen, indem wir die Kapazität im dritten Quartal um mehr als 80 Prozent reduziert haben.“

Air Canada hatte ihre erste Boeing 737 MAX im November 2017 in Seattle von Boeing übernommen. © Boeing

Air Canada reduziert auch die Flotte, um als kleinere Fluggesellschaft aus der Covid-19-Krise hervorzugehen. Rovinescu sagte, dass die Airline Bestellungen für zwölf Airbus A220 und zehn Boeing 737 MAX 8 annulliert habe. Damit hat sie die Zahl ihrer noch ausstehenden Aufträge um 40 Prozent gekappt. Außerdem hat die Gesellschaft die für 2020 und 2021 geplanten Auslieferungen von A220 und Boeing 737 verschoben. Allerdings wird sie in diesem Jahr wohl noch fünf A220 übernehmen, da diese Auslieferungen nicht mehr zu verschieben waren.

„Trotz dieser Änderungen unserer Bestellungen bilden diese beiden Flugzeuge nach wie vor den Kern unserer Narrowbody-Flotte“, sagte Rovinescu. „Sie ermöglichen es uns, dank verbesserter Wirtschaftlichkeit und Reichweite transkontinentale Inlands- und grenzüberschreitende Strecken effizient zu bedienen und gleichzeitig ein hervorragendes Kundenerlebnis zu bieten.“

Volker K. Thomalla

 

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