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Alitalia beantragt die Insolvenz

Die schwer angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia rutscht immer tiefer in die Krise. Nachdem die Mitarbeiter mehrheitlich einen Sanierungsplan abgelehnt haben, bereitet das Management jetzt einen Insolvenzantrag vor.

2.05.2017

Alitalia bereitet den Weg in die Insolvenz vor. Zur Flotte gehören insgesamt 122 Flugzeuge, darunter auch die A321. © Airbus

Alitalia ist zu krank, um zu leben und zu gesund, um zu sterben. Die seit Jahren kriselnde Airline verliert täglich Geld – im vergangenen Jahr summierte sich der Fehlbetrag auf stolze 400 Millionen Euro. Ein mühsam zwischen den Gewerkschaften, dem Management und der italienischen Regierung ausgehandelter Sanierungsplan fiel bei der Abstimmung unter den Mitarbeitern krachend durch.

Heute haben die Aktionäre in einer eilig einberufenen Krisensitzung die weitere Vorgehensweise beraten. Das Ergebnis der Konferenz ist wenig überraschend: Die italienischen Aktionäre sowie der Großaktionär Etihad Airways sahen keine Möglichkeit zu einer Sanierung und beschlossen einstimmig, die „außerordentliche Sonderverwaltung“, also eine Insolvenzverwaltung, zu beantragen. Das Votum der Mitarbeiter gegen den Sanierungsplan habe einen Neustart des Unternehmens verhindert.

Die Regierung hat nun die Aufgabe, Insolvenzverwalter zu benennen, die das Schicksal der Alitalia in ihre Hände nehmen. Der Flugbetrieb laufe planmäßig weiter, hieß es von Alitalia. Auf den italienischen Staat als Retter in der Not kann die Airline aber nicht zählen. Italiens Regierung hatte bereits vor der Urabstimmung der Alitalia-Mitarbeiter mitgeteilt, dass eine Verstaatlichung des Unternehmens nicht in Frage komme. Allenfalls könne die Airline einen Brückenkredit über 300 bis 400 Millionen Euro erhalten, bis ein Käufer gefunden sei.

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