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Berliner Flughäfen weisen Berichte über neue Mängel am BER zurück

Die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft wehrt sich gegen die gestern publizierten Berichte über neue Baumängel am BER. Bei der Berichterstattung der Zeitung "Der Tagesspiegel" handele es sich um bekannte Sachverhalte. Am 15. Dezember will der Vorsitzende der Geschäftsführung dem Aufsichtsrat einen Termin für die Inbetriebnahme des BER nennen.

24.11.2017

Die Eröffnung des Flughafen BER in Berlin war für den 3. Juni 2012 vorgesehen. © Flughafen Berlin Brandenburg

Der künftige Berliner Flughafen BER ist einer der größten Bauskandale in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Allerdings will die Geschäftsführung die gestern – am 2.000. Tag nach der verschobenen Eröffnung des Flughafens – in der Berliner Tageszeitung erhobenen Vorwürfe über neue Baumängel nicht unwidersprochen hinnehmen. Deshalb hat sie folgenden Pressetext verschickt:

„Die dort zitierten monatlichen Statusberichte über Mängel in den prüfpflichtigen Anlagen bilden die aktuelle Situation ab. Der Baufortschritt am BER und die jeweilige Situation bei der Abnahme der technischen Anlagen durch die Prüfsachverständigen sind regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung der Geschäftsführung in den Sitzungen des Aufsichtsrates und in den entsprechenden Ausschüssen in den Landtagen, zuletzt im Sonderausschuss BER des Brandenburger Landtags am 20.11.2017. Um der Bauaufsichtsbehörde im Rahmen der kooperativen Zusammenarbeit einen aktuellen Sachstand über die Prüfprozesse am BER zu geben, werden die monatlichen Statusberichte des TÜV auch regelmäßig der Bauaufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt.

Um endlich Verlässlichkeit ins Projekt zu bekommen, fokussiert sich die FBB unter Leitung des neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung klar auf die Erfüllung des Baurechts, sprich auf die Abnahmefähigkeit der prüfpflichtigen Anlagen. Die neue Bauprojektleitung des BER hat deshalb in den letzten Monaten in jeder technischen Anlagengruppe eine sinnvolle Auswahl getroffen und diese durch die Übergeordneten Sachverständigen (ÜSV) des TÜV bewusst prüfen und bewerten lassen. Ziel war es, aus diesen Prüfergebnissen Aufschlüsse für die weiteren Anlagen gleicher Bauart zu ziehen, systemische Fehler zu beheben und dann die Anlagen final fertigzustellen.

Übergeordnetes Ziel des terminplanbezogenen Risikomanagements besteht darin, sowohl aus den Prüfergebnissen abschließend die Risiken zu bestimmen und diese im Terminplan ordnungsgemäß abzubilden als auch neue Risiken zu vermeiden und aus den Erkenntnissen der Prüfergebnisse vorausschauend zu handeln.
Folgende bereits geprüfte Anlagen weisen zur Zeit noch wesentliche Mängel auf:
* Brandmeldeanlage (BMA), hier im Main Pier Nord die BMA 61
* Elektroakustisches Notrufwarnsystem (EANWS), hier der Bereich Main Pier Nord
* Sicherheitsbeleuchtung als Teil der Sicherheitsstromversorgung im Main Pier Nord
* Sicherheitsstromversorgung im Main Pier Nord (Bericht noch in der Erstellung)
* Entrauchungssteuerung (ÜSSPS), hier das Segment 1
* Sprinkleranlage

Darüber hinaus wurden die Förderanlagen und die Spüllüftungsanlagen mängelfrei geprüft. Die Bauprojektleitung der Flughafengesellschaft kümmert sich intensiv darum, die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und die noch verbleibenden Mängel an den technischen Anlagen konsequent zu beheben. (…)“

Die TÜV-Berichte seien weder streng geheim, noch seien die darin beschriebenen Sachverhalte unbekannt, sagt die Flughafengesellschaft. Die Berichte seien vielmehr eine Arbeitsunterlage der Projektbeteiligten. Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft sagte: „Es bleibt dabei: Am 15. Dezember werde ich dem Aufsichtsrat einen unternehmerisch verantwortlichen Termin zur Inbetriebnahme vorschlagen.“

 

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