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Der Flughafen Paderborn-Lippstadt hat die Insolvenz verlassen

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt hat die finanziellen Turbulenzen überstanden. Nach nur einem halben Jahr ist er aus eigener Kraft aus der Insolvenz herausgekommen.

6.05.2021

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt konnte das Insolvenzverfahren nach nur einem halben Jahr aus eigener Kraft verlassen. © Paderborn Lippstadt Airport

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt (PAD/EDLP) kommt nach nur einem halben Jahr aus eigener Kraft aus der Insolvenz. Der reguläre Geschäftsbetrieb wurde zum 1. Mai wieder aufgenommen. „Ab Juni soll es mit den Flügen wieder richtig los gehen. Die Buchungen sind schon da und auch die Reiseveranstalter stehen hinter unserem Flughafen“, betont Dr. Marc Cezanne. Die durch die Coronakrise beschleunigte Insolvenz sieht der alte und neue Geschäftsführer rückblickend als Chance. Laut Dr. Cezanne überzeugt niemand tausend Mitarbeiter von Veränderungen in vielen Bereichen eines Unternehmens, wenn der Laden gerade gut läuft: „Wir haben uns durch die Krise zukunftsfähig aufgestellt und brauchen jetzt deutlich weniger Geld, um zu überleben.“ Dadurch sei die Zukunft des ostwestfälischen Flughafens und sein Rund-um-die-Uhr-Betrieb an 365 Tagen im Jahr auch dann gesichert, wenn die Coronakrise sich noch etwas länger hinziehen sollte.

Die Abwicklung der Insolvenz erfolgte im so genannten „Eigenabwicklungsverfahren“, und damit ohne Insolvenzverwalter. Unterstützung bekam der Flughafen Paderborn-Lippstadt von dem auf Zeit eingesetzten Sanierungsgeschäftsführer Dr. Yorck T. Streitbörger. Dessen Wirtschaftskanzlei erstellte den Insolvenzplan und stimmte ihn mit den einzelnen Gläubigergruppen ab.

Ein Drittel der Arbeitsplätze wurde erhalten

Zur Rettung des Flughafens wurde unter anderem die Belegschaft von 170 auf rund 65 Beschäftigte reduziert. Der Großteil dieser Stellen (69 Prozent) entfällt auf die Flughafenfeuerwehr, deren Aufgabenbereich erweitert wurde. Die Feuerwehrleute übernehmen zukünftig zu den Bereitschaftsdiensten auch Bodenverkehrsdienste. Das verbleibende Personal reicht aus, um 300.000 Fluggäste pro Jahr zu bewältigen. Geschäftsführer Dr. Cezanne ist optimistisch, in zwei bis drei Jahren wieder an das alte Niveau von 700.000 Passagieren heranzukommen.

Um die Kosten weiter zu reduzieren, wurde alles fremdvergeben, was geht und sinnvoll ist. Als Beispiele nennt der Geschäftsführer Personalabrechnung und den Winterdienst. Die Gläubiger erhalten einen einheitliche Insolvenzquote von 25 Prozent. „Das ist gut, wenn man bedenkt, dass drei Prozent normal sind“, betont Dr. Cezanne. Die Gläubigerversammlung, die den Insolvenzplan am 29. Januar einstimmig angenommen hat, sei froh, dass es mit dem Regionalflughafen weiter geht.

Gelernt hat Dr. Marc Cezanne in der turbulenten Zeit vor allen Dingen, dass „Insolvenz“ eigentlich ein völlig falscher Name ist. In der Regel denken Menschen laut dem Geschäftsführer dabei an eine totale Schulden-Katastrophe, aus der man nicht mehr herauskommt: „Das war in den 70er-Jahren vielleicht mal so. Heutzutage ist das ein unheimlich guter Sanierungsprozess, den Unternehmen viel öfter in Betracht ziehen sollten.“

Heiko Link

 

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