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DFS hat optimierte Anflugprofile im Rekordtempo eingeführt

In nur fünf Wochen hat die DFS zusammen mit der Lufthansa das EFP-Konzept für optimierte Anflüge entwickelt und eingeführt. Damit sparen die Airlines bei Anflügen auf die Flughäfen München und Frankfurt Treibstoff und stoßen weniger Emissionen aus.

24.09.2020

Mit dem von der DFS im Frühjahr 2020 eingeführten EFP-Konzept sind effizientere Anflugprofile möglich, die den Schadstoffausstoß reduzieren. © Paul Kaps

Eine Krise – und mag sie noch so gravierend sein – bietet auch immer eine Chance. Das beweisen gerade die DFS Deutsche Flugsicherung und die Lufthansa. In den Monaten April und Mai, in denen die Covid-19-Pandemie den weltweiten Luftverkehr in ein nie zuvor gekanntes Nachfragetief stürzte, haben DFS und Luftansa ein neues Anflugprofil entwickelt und auf den Flughäfen von Frankfurt und München implementiert.

Das EFP-Konzept (Efficient Flight Profile) ermöglicht emissionsärmere Anflüge und Landungen. Beim EFP nutzen die Besatzungen der Flugzeuge einen kontinuierlichen Sinkflug (Continuous Descent Operations) und optimierte Streckenführungen ab Entfernungen von 200 nautischen Meilen (370 Kilometer) vor dem Zielflughafen. Die Crews erhalten mit einem Vorlauf von bis zu einer halben Stunde die Freigabe für einen Direktflug aus dem oberen Luftraum zum Initial Approach Fix und können so ihren Anflug optimal gestalten.

Einführung in Rekordzeit

Der drastische Verkehrsrückgang während der Coronakrise hat bei der schnellen Einführung des Konzepts geholfen, denn dies hat Kapazitäten freigesetzt, sowohl personell als auch in den Lufträumen, die zu normalen Zeiten nicht zur Verfügung gestanden hätten. Nach ersten Auswertungen hat allein die Lufthansa Group seit der Einführung des neuen Konzepts ihren CO2-Ausstoß um mehr als 2.000 Tonnen pro Monat reduziert.

„Mit dem Konzept haben die Beteiligten auf den durch die Corona-Krise ausgelösten drastischen Rückgang bei  den Flugverkehrszahlen reagiert, der neue Spielräume für die Optimierung der Flugdurchführung eröffnet hat, insbesondere an den sonst verkehrsreichsten Flughäfen der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt und München. Dank ihrer engen Zusammenarbeit haben Lufthansa und Deutsche Flugsicherung sowie alle beteiligten Systempartner das neue Konzept in der Rekordzeit von nur fünf Wochen entwickelt, abgestimmt und etabliert“, teilte die DFS nun mit.

Davon, dass das neue Konzept auch nach der Krise eine Rolle bei der Flugsicherung und den Airlines spielen wird, ist Klaus Froese, der Hub-CEO der Lufthansa für Frankfurt, überzeugt. Er sagte: „Wir haben die geringe Verkehrsnachfrage gemeinsam mit der Flugsicherung genutzt, um weiter optimierte Anflugprofile zu entwickeln und einzuführen – und zwar innerhalb weniger Wochen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das neue Anflugverfahren auch bei steigender Verkehrslast seinen Platz im täglichen Flugbetrieb haben wird.“

Volker K. Thomalla

 

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